S & K Unter­nehmens­gruppe: Anleger sollten zum Fachanwalt gehen - so Finanztest

28.02.2013382 Mal gelesen
Der Anlage­skandal rund um die S & K Unter­nehmens­gruppe beschert mehreren zehn­tausend Anlegern vermutlich schwere Verluste bis hin zum Total­verlust. test.de sagt, was Anleger tun können, um ihr Geld eventuell doch noch zu retten!

S & K Unter­nehmens­gruppe: Anleger sollten zum Fachanwalt gehen

Der Anlage­skandal rund um die S & K Unter­nehmens­gruppe beschert mehreren zehn­tausend Anlegern vermutlich schwere Verluste bis hin zum Total­verlust.  test.de sagt, was Anleger tun können, um ihr Geld eventuell doch noch zu retten.

Schnell zum Fach­anwalt

Betroffene sollten einen Fachanwalt einschalten. Das gilt für Anleger, die aus dem Verkauf von Lebens­versicherungen noch Geld von der Asset Trust bekommen müssten, sowie für solche, die Anteile an geschlossenen Immobilienfonds bei der S & K Unter­nehmens­gruppe, der DCM Deutsche Capital Management AG (DCM AG), der SHB Inno­vative Fonds­konzepte AG aus Oberhaching bei München und anderen mit S & K  verbundenen Unternehmen gezeichnet haben. Da die Sach-lage kompliziert ist, kommt für die Prüfung von Schaden­ersatz­ansprüchen gegen Anbieter, Vermittler und Prospek­theraus­geber vor allem ein Fach­anwalt für Bank- und Kapitalmarkt­recht infrage.

Anleger mit einem Anteil an dem Fonds „Deutsche S & K  Sach­werte Nr. 2“ – seit November 2012 ist dieser Fonds auf der Finanztest- Warnliste – , können gegen den Anbieter United Investors Ansprüche aus Prospekthaftung geltend machen. Ein Prospek­theraus­geber ist zur Prüfung aller Vertrags­partner (in dem Fall S & K) und zur Aufklärung über alle Risiken verpflichtet.

Außerdem seien Schaden­ersatz­ansprüche gegen Berater denk­bar, wenn diese ihre Beratungs­pflichten verletzt haben. Ferner bestehen ggf gegen Treuhän-der Ersatz­ansprüche, da diese ebenfalls zur Risiko­aufklärung verpflichtet sind.

Schließ­lich können Anlegern Schaden­ersatz­ansprüche wegen Betrugs direkt gegen die in der S & K-Unter­nehmens­gruppe Verantwort­lichen zustehen. Einige anleger haben schon Strafanzeigen erstattet.

Schadens­ersatz­ansprüche gegen Verantwort­liche verjähren drei Jahre ab Endedes Jahres, in dem Geschädigte von dem Betrug erfahren, sagt das BGB und die Rechtsprechung des BGH. Selbst Prospekthaftungs­ansprüche sind noch nicht verjährt.

Trotzdem sollten Betroffene sich schnell einen in Anla­gebetrugs­fällen erfahrenen Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht suchen. Weil die wirt­schaftliche Lage der Fonds klar ist. Bei einer Insolvenz laufen Anleger Gefahr, trotz Schaden­ersatz­ansprüchen kein oder nur wenig Geld zurück zu bekommen.

Zur Sicherheit sollten Kapitalanleger ihren Anwalt beauftragen, einen Arrest auf das von der Staats­anwalt­schaft beschlag­nahmte Geld in Höhe von rund 100 Millionen Euro zu erwirken. Anleger können dann aus diesem Geld entschädigt werden, wenn sie ihren Schaden nach­weisen können.

Schießlich ist zu prüfen, ob es Deckungsschutz von der Rechtsschutzversicherung gibt. Dazu muss die Rechtsschutzversicherung nach der Wartezeit so lange bestanden haben, wie der Anleger im Fonds investiert war.