HVBFF Life USA 1: Was können falsch beratene Anleger unternehmen?

HVBFF Life USA 1: Was können falsch beratene Anleger unternehmen?
01.02.2013451 Mal gelesen
Nicht jede Anlageberatung verlief fehlerfrei. Welche rechtlichen Möglichkeiten stehen Anlegern des Lebensversicherungsfonds HVBFF Life USA 1 offen, wenn sie befürchten, falsch beraten worden zu sein?

Zwischen dem Soll und dem Ist der wirtschaftlichen Entwicklung des Lebensversicherungsfonds HVBFF Life USA 1 klafft eine erhebliche Lücke. Die Anleger des 2003 aufgelegten Fonds bekommen dies in Form ausfallender Ausschüttungen zu spüren. In den Reihen der Lebensversicherungsfonds ist dies kein seltenes Phänomen, auch wenn die Gründe hierfür je nach Investitionsobjekt unterschiedlich sind.

 

Der HVBFF Life USA 1 investiert in – wie schon im Namen anklingt – in US-amerikanische Lebensversicherungspolicen, die regelmäßig als Risikolebensversicherungen ausgestaltet sind. Jedoch machte die oft höher als angenommene Lebenserwartung der Versicherten den Lebensversicherungsfonds zu schaffen, welche länger Beiträge entrichten müssen und länger auf die Versicherungsprämie warten müssen. In der Praxis haben sich die Lebensversicherungsfonds mitnichten als die guten Kapitalanlagen erwiesen, als welche sie bei der Anlageberatung angepriesen wurden.

 

Welche rechtlichen Optionen stehen Anlegern offen?

Was können Anleger, die sich an dem Fonds HVBFF Life USA 1 beteiligten und mittlerweile bezweifeln, dass sie die „richtige“ Kapitalanlage haben, unternehmen? Sie können beispielsweise ihre Anlageberatung von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht überprüfen lassen. Denn im Fall einer fehlerhaften Anlageberatung stehen den Anlegern des HVBFF Life USA 1 Schadensersatzansprüche zu. Daher stellt sich die Frage, was eine fehlerhafte bzw. ordnungsgemäße Anlageberatung auszeichnet. Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat hierzu Anforderungen an eine „anleger- und anlagegerechte Anlageberatung“ entwickelt.

 

Grob umrissen erfordert eine ordnungsgemäße Anlageberatung folgendes: In einem ersten Schritt müssen die Ziele und Wünsche eines Anlegers von den Beratern erfasst werden. Anhand dieser Vorgaben muss eine passende Kapitalanlage ausgewählt werden, die in einem zweiten Schritt erläutert werden soll. Hierzu soll den Anleger die Funktionsweise der Kapitalanlage erklärt werden und sie müssen über die Chancen und Risiken aufgeklärt werden. Die Anleger sollen – kurz zusammengefasst – ein realistisches Bild von der Kapitalanlage erhalten.

 

Hierzu zählt beispielsweise der Hinweis, dass es sich dem Fonds  HVBFF Life USA 1 um eine Unternehmen handelt, welches von wirtschaftlichem Erfolg abhängig ist. Lebensversicherungsfonds sind Unternehmensbeteiligungen. Dementsprechend bestehen bei Lebensversicherungsfonds wie dem HVBFF Life USA 1 Verlustrisiken. Diese Risiken sind jedoch nicht mit dem Konzept einer (nominal)sicheren Kapitalanlage zu vereinbaren. Neben der Aufklärung über Risiken mussten die Berater die Anleger auch zutreffend über Provisionen aufklären und rechtzeitig einen vollständigen Prospekt anbieten.

 

Dass bei Beratungen hinsichtlich Lebensversicherungsfonds Fehler passierten, konnten die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen bei vielen unterschiedlichen Fonds immer wieder den Schilderungen der Anleger entnehmen. Welche Chancen im Einzelfall bestehen, kann anhand einer Überprüfung des individuellen Anlageberatungsgesprächs ermittelt werden.

 

Ab 2013 wird Verjährung relevant

 

Da der HVBFF Life USA 1 im Jahr 2003 auf den Markt kam, sollten Anleger, die über die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen nachdenken, beachten, dass im Jahr 2013 Verjährung eintreten kann. Dies gilt insbesondere für Beteiligungen, welche im Jahr 2003 gezeichnet wurden, denn Schadensersatzansprüche verjähren spätestens im 10. Jahr nach der Zeichnung.

 

Weitere Informationen:

Infoseite HVBFF / WealthCap Fonds

Infoseite Lebensversicherungsfonds

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

Einsteinallee 3

77933 Lahr

Telefon: 07821 / 92 37 68 - 0

Fax: 07821 / 92 37 68 - 889

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