LG Köln verurteilt Bank wegen fehlerhafter Beratung im Zusammenhang mit einem Zinssatzswap

26.01.2013266 Mal gelesen
Es liegt seitens der Bank eine Pflichtverletzung in Form einer nicht anlagegerechten Beratung vor, wenn der Kunde nicht über den negativen Marktwert eines Swap-Vertrages, den die Bank in die Formel zur Berechnung der variablen Zinszahlungspflicht des Anlegers einstrukturiert hat, aufgeklärt wird, weil dieser negative Marktwert Ausdruck eines schwerwiegenden Interessenkonflikts ist und die konkrete Gefahr begründet, dass die Bank ihre Anlageempfehlung nicht allein im Kundeninteresse abgibt. Diese Aufklärungspflicht besteht selbst in dem Fall, dass die Bank ihre Risiken durch Abschluss sog. Hedgegeschäfte an andere Marktteilnehmer weitergibt.

Wieder einmal wird eine Bank aus Köln zu Schadensersatz wegen der Beratung im Zusammenhang mit einem Swap verurteilt.

Diese Art von Geschäft enbeschäftigt seit Jahren Gerichte in ganz Deutschland. Besonders gute Kunden wurden über Jahre von Banken in sog. Swapgeschäfte gedrängt und haben damit rießige Verluste erwirtschaftet. 

Bei den Beratungen gingen die Banken deutschlandweit systematisch vor und spielten die Geschäfte als einfache Zinsoptimierungsgeschäfte herunter. Tatsächlich handelt es sich um Wettgeschäfte. Die tatsächlichen Risiken sind für die einzelnenen Kunden vor Abschluss nicht erkennbar.Erst wenn die Geschäfte erhablich im Minus sind, fällt den Kunden auf, dass es sich hier um spekulative Geschäfte handelt.

Von besonderer Bedeutung sind der anfängliche negative Marktwert. Die Banken haben hier in aller Regel bereits zu Beginn ihre Marge eingepreist und veräußern die Geschäfte gleich nach Abschluss weiter, so dass sie sofort ihren Gewinn realisieren können. Aber genau dieses Szenario verurteilt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu Recht. Die Bank übervorteilt an dieser Stelle ihre Kunden und entledigt sich ihres Risikos. Die Kunden haben dabei bei Abschluss keine Ahnung.

Im Ergebnis können diese Geschäfte rechtlich rückabgewickelt werden und entstandene Verluste sind aus diesem Grund nicht zu begleichen. Betroffenen Anlegern wird daher geraten ihre Unterlagen von spezialisierten Rechtsanwälten überprüfen zu lassen.