Albis Capital AG & Co. KG – Liquidationsbeschluss

Albis Capital AG & Co. KG – Liquidationsbeschluss
24.01.2013695 Mal gelesen
Für die Anleger stellt sich die Frage, welche Auswirkungen eine solche Liquidation mit sich bringt. Zunächst ist nur klar, dass die Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen die Liquidation durchführt. Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht A. Appelt, Partnerin der Kanzlei KAP Rechtsanwälte schätzt

München; 24.01.2013 - Lange hat es gedauert und ein zweiter Anlauf war nötig: mit Schreiben vom 21.01.2013 informiert die Albis Capital AG & Co. KG ihre Anleger, dass nach erneutem Beschluss die Anleger zu 80,48 % der abgegebenen Stimmen für eine Liquidation der Gesellschaft gestimmt haben. Somit sei mit Wirkung 31.12.2012 24.00 Uhr die Liquidation der Albis Capital AG & CO. KG beschlossen.

Für die Anleger stellt sich die Frage, welche Auswirkungen eine solche Liquidation mit sich bringt.

Zunächst ist nur klar, dass die Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen die Liquidation durchführt. Was dies konkret für die Anleger bedeuten wird, bleibt offen. Bereits im Schreiben der Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen aus April 2012 wird deutlich, dass die Anleger im Falle einer Liquidation wohl an die Gesellschaft zahlen sollen. Hier wird darauf Bezug genommen, dass die Anleger, die entweder im Rahmen des Classic-Vertrages selbst erhaltenen Ausschüttungen oder die im Rahmen des Classic-Plus-Vertrages umgebuchten Zahlungen wieder an die Gesellschaft zahlen müssten. Zudem sollen Anleger, die in Sprint-Verträge investiert hatten, nach wie vor ihre Raten erbringen.

Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Anja Appelt, Partnerin der Kanzlei KAP Rechtsanwälte die eine Vielzahl von Geschädigten vertritt, schätzt die Situation wie folgt ein: "Wir sehen eine Rückzahlungsverpflichtung der Anleger nicht, da die Regelungen des Gesellschaftsvertrages der Albis Capital AG & Co. KG widersprüchlich sind. Darüber hinaus ist dem Prospekt bereits nicht deutlich zu entnehmen, welche Zahlungsverpflichtung ein Anleger im Falle der Liquidation hat. Die von uns vertretenen Anleger gingen jedenfalls bei Zeichnung davon aus, was ihnen auch nicht anders erläutert wurde, dass sie nach Einzahlung ihrer Einlage keine weiteren Zahlungen zu leisten haben. Dies unabhängig davon, ob sie in der Zwischenzeit Geld von der Gesellschaft erhalten haben. Auch können keine Zahlungsverpflichtung bezüglich angeblich offener Raten erkennen, da sich diese Verpflichtung aus unserer Sicht spätestens mit Beschluss der Liquidation erledigt hat."

Darüber hinaus kann einem angeblichen Zahlungsanspruch der Albis Capital AG & Co. KG auch der eigene Anspruch des Anlegers gegen die Gesellschaft entgegengehalten werden. "Die von uns vertretenen Mandanten werfen der Albis Capital AG & CO. KG eigene Pflichtverletzungen, wie etwa einen unplausiblen Prospekt, vor." macht Appelt weiter deutlich.

Diese Einwände der Anleger führen aus Sicht der Kanzlei KAP Rechtsanwälte dazu, dass die Gesellschaft erneut in ihrem Schreiben vom 21.01.2013 den Anlegern vorschlägt, sich mit der Gesellschaft zu vergleichen und dahingehend mit der Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen in Verbindung zu setzen. Nach eigenen Angaben der Albis Capital AG & Co. KG ist dies jedoch von Schwierigkeiten begleitet, da die Kapazitäten zum Erreichen der Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen derzeit noch nicht ausreichend sei. So liegt nahe, dass die Abwicklung der nun beschlossenen Liquidation noch etwas hinziehen wird, da sicherlich die Gesellschaft erst einmal abwarten will, was mit den einzelnen Anlegern für Vergleiche geschlossen werden können. Dabei besteht die Gefahr, dass durch die Vergleichszahlungen einzelner Anleger, der Gesellschaft dann auch wieder Geld zur Verfügung steht, um andere Anleger hinsichtlich angeblicher Zahlungsverpflichtungen zu verklagen.

Abgesehen von der Problematik der weiteren Zahlungen an die Albis Capital AG & Co. KG nach deren Liquidation, bleibt selbstverständlich für den Anleger nach wie vor die Frage, wie er den immensen Schaden, den er erlitten hat und ggf. auch noch weiter erleidet, ausgleichen kann. Hierzu erläutert Rechtsanwältin Anja Appelt: "Neben dem Berater, der die Beteiligung empfohlen hat, sehen wir insbesondere auch das Emissionshaus Rothmann & Cie. (jetzt HFT Hanseatische Treuhand GmbH) in der Haftung. Sowohl der 6. Senat des Hanseatischen Oberlandesgerichts als auch der 14. Senat des Hanseatischen Oberlandesgerichts hatte in von uns vertretenen Verfahren im Rahmen des Parallelfalls ALAG Automobil GmbH & Co. KG bereits durch Hinweise signalisiert, eine solche Haftung der HFT für annehmbar zu halten.".

Mit der Beendigung der Gesellschaft zum Stichtag 31.12.2012 mit der Liquidation ist noch keine Entspannung der Lage eingetreten, vielmehr wird den Anlegern die Folge der Liquidation deutlich werden. Es ist zu befürchten, dass in der nächsten Zeit der Liquidator der Kanzlei Dr. May, Hofmann & Kollegen Zahlungen fordert.

Weitere Lesestoff zum Thema Albis Capital GmbH & Co. KG: http://www.kap-fachanwalt-rechtsanwaelte.de/faelle/hft_fonds_treuhand/albis_liquidation_verfahren.html

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