EUR-Zinssatzswap/Deutsche Bank Balanced Currency Harvest (EUR): Wir haben Schadensersatzklage eingereicht!

12.10.2012444 Mal gelesen
Berlin, den 12. Oktober 2012. Wir klagen für unseren Mandanten gegen die Deutsche Bank auf Schadensersatz wegen Falschberatung bei der Vermittlung eines EUR-Zinssatzswaps mit Kopplung an den Deutsche Bank Balanced Currency Harvest Index (Harvest Swap).

Der Fall
Unser Mandant ließ sich von Mitarbeitern der Beklagten über Kapitalanlagen beraten. Dabei wurden ihm die Vorzüge von Swapgeschäften gepriesen und schließlich der Harvest Swap empfohlen. Dieser Swap sei ein lukratives Geschäft, bei dem keine größeren Risiken bestünden. Auf die Frage unseres Mandanten, wie wahrscheinlich ein größerer Verlust sei, bekam er zur Antwort: „Wenn wir damit rechnen würden, würden wir Ihnen das Produkt nicht verkaufen wollen!“ Daraufhin schloss er einen Vertrag über den Harvest Swap mit einem sechsstelligen Bezugsbetrag ab. Darüber, dass es sich bei diesem Swap dem Wesen nach um eine glücksspielähnliche höchst komplexe Zins- und Währungskurswette handelt, die der allerhöchsten Risikoklasse zuzuordnen ist, wurde er nicht aufgeklärt.
Unser Mandant erlitt inzwischen einen erheblichen (Buch-)Verlust. Deshalb forderten wir die Bank zum Schadensersatz sowie zum Verzicht auf Ansprüche aus dem Harvest Swap auf. Dieser Aufforderung kam sie nicht nach, so dass nunmehr Klage geboten war.

Unser Rechtsstandpunkt
Die Beklagte schuldet unserem Mandanten Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung, weil sie ihre Pflichten aus dem Beratungsvertrag zur objekt- und anlagegerechten Beratung vorsätzlich schuldhaft verletzt hat.
Bei einem von der Bank selbst entwickelten Finanzprodukt, wie dem Harvest Swap, besitzt diese gegenüber dem Kunden einen erheblichen Informationsvorsprung über den Markt, spezifische Risiken, den Wert des Produkts und das Risikomanagement zur Vermeidung von ruinösen Verlusten. Diese Informationen muss die Bank bei der Beratung ihres Kunden an ihn weitergeben und ihn so zur eigenverantwortlichen Entscheidung befähigen. Das ist vorliegend nicht geschehen.
Unser Mandant wurde nicht darüber aufgeklärt, dass es sich bei dem Harvest Swap um ein  Finanzprodukt mit Glücksspielcharakter handelt, dessen Chancen und Risiken mit EDV-gestützten Wahrscheinlichkeitsberechnungsmethoden ermittelt wurden. Diesem Produkt ist ein zum Nachteil des Kunden überwiegendes Verlustrisiko immanent, das sich in einem anfänglichen negativen Marktwert ausdrückt und dessen spiegelbildlich geldwerten Vorteil die Bank am Markt veräußert, um sich so zu dessen Lasten einerseits gegen die Verlustrisiken abzusichern und andererseits einen sofortigen Gewinn für sich zu generieren.

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