Currency Harvest Swap der Deutschen Bank – Berufung zurückgenommen

Currency Harvest Swap der Deutschen Bank – Berufung zurückgenommen
20.09.2012401 Mal gelesen
In einem Gerichtsverfahren zu einem Currency Harvest Swap vor dem Oberlandesgericht Naumburg hat die Deutsche Bank die Berufung zurückgenommen. Damit ist das erstinstanzliche Urteil rechtskräftig, mit dem einem Anleger Schadenersatz wegen Fehlberatung zugesprochen wurde.

Currency Harvest Swap hatte anfänglichen negativen Marktwert

Mit Urteil vom 13.03.2012 (Aktenzeichen 9 O 897/11) hatte das Landgericht Magdeburg die Deutsche Bank wegen der Empfehlung eines Currency Harvest Swap (Harvest Swap) zum Schadenersatz verurteilt. Dabei folgte das Gericht der Rechtsprechung des BGH zum sog. CMS Spread Ladder Swap der Deutschen Bank (Urteil vom 22.03.2011, Aktenzeichen XI ZR 33/10), nach der eine Bank einen Kunden bei der Empfehlung von derart riskanten und undurchsichtigen Derivaten über den anfänglichen negativen Marktwert aufzuklären hat, den die Bank bewusst zu Lasten des Kunden in das Derivat einstrukturiert. Nach der Ansicht des Landgerichts begründet dieser anfängliche negative Wert des Finanzprodukts auch beim  Currency Harvest Swap einen verdeckten Interessenkonflikt, über den die Bank den Anleger aufklären muss.

Urteil des Landgericht Magdeburg rechtskräftig

Gegen dieses Urteil hatte sich die Deutsche Bank mit dem Rechtsmittel der Berufung zum Oberlandesgericht Naumburg gewehrt. Dabei vertrat die Deutsche Bank – wie schon in der Vorinstanz - die Ansicht, der Currency Harvest Swap sei nicht mit der Komplexität und dem Risikogehalt des CMS Spread Ladder Swap vergleichbar. Die Rechtsprechung des BGH sei daher nicht auf den Harvest Swap anwendbar. Diese Ansicht der Deutschen Bank teilte das Gericht jedoch nicht sondern ließ im Rahmen der mündlichen Verhandlung durchblicken, dass eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils äußerst wahrscheinlich sei. Die Deutsche Bank nahm daraufhin die Berufung zurück und ließ das erstinstanzliche Urteil damit in Rechtskraft erwachsen.

Urteil zu Currency Harvest Swap verhindert

Rechtsanwalt Dr. Louis Rönsberg, der seit Jahren Swap-Geschädigte gegen die Deutsche Bank vertritt, kennt dieses Verhalten bereits. Die Bank will auf diese Weise offensichtlich ein obergerichtliches Urteil verhindern, bei dem die Rechtsprechung des BGH zum CMS Spread Ladder Swap auf andere Derivate, wie den Harvest Swap oder den Long Short Momentum Swap, übertragen wird. Denn dies könnte eine weitere Klagewelle auslösen. Dr. Louis Rönsberg, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, rechnet jedoch über kurz oder lang mit einem solchen Urteil. Es sei denn, es gelänge der Deutschen Bank weiterhin Berufungsverfahren zu Harvest Swaps oder Long Short Momentum Swaps im Rahmen von lukrativen Vergleichen zu verhindern.

Fachanwalt Dr. Louis Rönsberg steht gerne im Rahmen eines kostenlosen Erstkontakts für Rückfragen zur Verfügung.


Kontakt:

Dr. Louis Rönsberg | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

SLB Kloepper Rechtsanwälte

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