Zinswetten oder Zinsswaps: Stadtwerke Pforzheim und Deutsche Bank schließen Vergleich

Zinswetten oder Zinsswaps: Stadtwerke Pforzheim und Deutsche Bank schließen Vergleich
25.03.2012408 Mal gelesen
Erneut ein Sieg für Bankkunden im Zusammenhang mit Swaps!

Im jahrelangen Rechtsstreit um riskante Zinswetten haben sich die Stadtwerke Pforzheim und die Deutsche Bank auf einen Vergleich geeinigt. Mit einem Schadensausgleich für die Stadtwerke ende auch das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof, teilten die Stadtwerke am 22.11.2011 mit. Zur Höhe der Zahlung wollte eine Sprecherin auf Anfrage keine Angaben machen. Die Stadtwerke hatten mit Zinsswap-Geschäften Verluste von knapp vier Millionen Euro gemacht.

Stadtwerke hatten auf Schadensersatz geklagt

Der Vergleichstext sei durch den BGH protokolliert worden, heißt es in der Mitteilung der Stadtwerke. Die Stadtwerke hatten Schadenersatz gefordert und sich durch mehrere Instanzen geklagt. Das Geschäft war im Februar 2005 abgeschlossen worden. Nach kräftigen Kursverlusten lösten die Parteien den Vertrag im Dezember 2007 auf, wobei die Stadtwerke den millionenschweren Verlust hinnehmen mussten.

BGH-Grundsatzurteil ließ Kommunen und Stadtwerke auf Schadensersatz hoffen

Nach einem Grundsatzurteil des BGH im März 2011 hatten sich zahlreiche betroffene Kommunen und Stadtwerke hohen Schadenersatz erhofft. Die Karlsruher Richter hatten vor allem moniert, dass bei solchen Zinsswap-Geschäften ein «schwerwiegender Interessenkonflikt» bestehe, weil der Gewinn der Bank gleichbedeutend mit einem Verlust des Kunden sei. Der angesetzte Termin im Verfahren der Stadtwerke Pforzheim gegen die Deutsche Bank fällt aus.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold meint dazu: "Erneut hat ein Kunde nach Abschluss von Swapgeschäften den Schaden in erheblichen Teilen ersetzt erhalten. Dies entspricht dem Ergebnis vieler Parallelverfahren vor deutschen Gerichten. Dabei gewinnen die Anleger entweder zu 100 % oder es werden Vergleiche abgeschlossen, in denen die Anleger einen erheblichen Teil ihres Schadens ersetzt erhalten."

Betroffenen Anlegern, kann daher nur empfohlen werden ihre Unterlagen von einem spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen zu lassen.