Swapgeschädigte und ihre Verfahren - Ein Update

Swapgeschädigte und ihre Verfahren - Ein Update
16.03.2012316 Mal gelesen
Kunden aus ganz Deutschland melden sich mit gescheiterten Swapverträgen bei der Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH und bitten um Rat.

Seit ca. 2,5 Jahren kämpfen viele geschädigte Bankunden aller Institiute gegen drohende oder realisierte Verluste aus Swapverträgen. Dabei wurden diese Art von Geschäften in den verschiedensten Spielarten verkauft. Es gibt CCS (Cross Currency Swaps), CDS, CRS (Currency Related Swaps), Payer Swaps, Forward Swaps, Harvest Index Swaps und viele mehr. 

Alle gemeinsam haben die deutschen Bankkunden unvorstellbare Millionenverluste eingebracht. Auf der anderen Seite standen die Banken. Diese haben mit den Geschäften traumhafte Gewinne erwirtschaftet. Entsprechend tief ist zwischenzeitlich die Kluft zwischen Bank und Geschädigten.

Besonders auffallend ist zwischenzeitlich auch das sehr massive auftreten der Banken gegenüber ihren Kunden. Diese versuchen mit allen Mitteln die Kunden zum auflösen zu zwingen und vor allem zum Abschluss von so genannten Schadensersatzverzichtserklärungen.

Genau aus diesem Grund ist auch höchste Vorsicht geboten!

Wer vor Gericht zieht, hat dabei beste Chancen nichts bezahlen zu müssen und bereits gezahlte Verluste zurück zu bekommen.

Die Banken erklären dabei Ihren Kunden immer wieder, dass sie vor Gericht keine Chance hätten, weil sie ja korrekt über alles aufgeklärt worden seien.

Die Realität vor deutschen Gerichten schaut indes anders aus.

Gerichte aller Instanzen und in ganz Deutschland haben die unterschiedlichsten Banken zu Schadensersatz bzw. zur Rückabwicklung verurteilt, wegen dieser Art von Geschäften. Hauptargument dabei ist die Tatsache, dass der Bundesgerichtshof in einem Urteil gegen die Deutsche Bank vorgegeben hat, der Kunde müsse bei solchen Geschäften auf dem selben Wissenstand wie die Bank gebracht werden. Dies sei Aufgabe der Bank im Rahmen ihrer Beratung. Aber gerade dies ist eine fast nicht überwindbare Hürde für die Banken. Insbesondere dann, wenn man die Beratungen und Unterlagen zu diesen Geschäften in der Vergangenheit betrachtet. Da wurden Schlagworte wie "Zinsoptimierung" oder "Aktives Zinsmanagement" verwendet. Vielen Kunden wurde auch gesagt, Verluste müssten nie realisiert werden. Bereits mehrere Bankmitarbeiter haben bei Gericht hingegen ausgesagt, dass diese Geschäfte bewusst verharmlost worden sind, um sie an den Mann zu bringen.

Insgesamt haben die Anleger bislang keinen Grund zur Sorge. Die derzeitige Rechtslage gibt das unendliche Risiko dieser Geschäfte an die Banken zurück. 

Auch das von den Banken viel zitierte Thema der Verjährung, kann bei der richtigen Argumentation leicht ausgehebelt werden.

Beroffenen Bankkunden ist daher zu raten, ihre Unterlagen von spezialisierten Rechtsanwälten prüfen zu lassen. Keinesfalls sollten Unterlagen bei der Bank unterschrieben werden oder weitere Zahlungen geleistet werden.