CCS, CRS, Forward Swap - Zwischenbericht zum Thema Swapgeschädigte

CCS, CRS, Forward Swap - Zwischenbericht zum Thema Swapgeschädigte
12.12.2011426 Mal gelesen
In ganz Deutschland sind Bankkunden durch verschiedenste Arten von Swaps erheblich finanziell geschädigt worden. Die Gerichte in Deutschland korrigieren die Verkaufspolitik der Banken.

Immer mehr Privatkunden verschiedener Banken in Deutschland wehren sich gegen die Verluste aus Swap Geschäften??. Hintergrund ist das aus März 2011 stammende BGH Urteil gegen die Deutsche Bank bei dem einem mittelständischen Unternehmen ca. 500.000,00 Euro Schadensersatz zugesprochen worden sind. Der BGH urteilte hier sehr deutlich, dass diese Art von Geschäft nicht ohne weiteres einem Kunden verkauft werden darf und es vielleicht sogar besser wäre als Bank zu sagen: "Lieber Kunde, lass die Finger von einem solchen Geschäft.

"??Auch das Landgericht München I vertritt diese Auffassung und sieht das Problem generell in dem Vertrieb an Privatpersonen. Nur wenn eine Aufklärung dahingehend erfolgt wäre, dass die Kunden "Haus- und Hof" verlieren könnten, wäre ein solches Geschäft vielleicht möglich.

??Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold, der eine Vielzahl an Kunden gegen Banken in Deutschland vertritt, meint dazu: "Die Gerichte regeln hier etwas, was der Gesetzgeber seit Jahren toleriert. Privatkunden werden bei Banken Produkte verkauft, bei denen ausschließlich die Gewinnmaximierung der Banken im Vordergrund steht."??

Dabei geben einzelne Banken in der Korrespondenz offen zu, dass sie bei Cross Currency Swaps beispielsweise das unbegrenzte Verlustrisiko beim Verkauf kannten. Dies wäre angeblich aber so theorethischer Natur gewesen, dass eine Aufklärung von vornherein unterlassen wurde.??

Leipold meint dazu:??" Diese Aussage zeigt auf, dass die Banken hier bewusst den Kunden in ein hochriskantes Geschäft gebracht haben. Das Interesse des Kunden kann hier nicht im Vordergrund gestanden haben."??

Die Gerichte sprechen in ihren Urteilen eine eigene Sprache und entscheiden derzeit jedenfalls zu Gunsten der Bankkunden und geben damit das unendliche Verlustrisiko zurück an die Bank.

Betroffen sind fast alle Bankinstitute Deutschlands. Sowohl Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, als auch die großen Privatbanken haben diese Produkte verkauft. Allen voran die Deutsche Bank und die HypoVereinsbank. Allen gemein dürfte sein, dass sie dem Kunden einen negativen Marktwert zu Beginn des Geschäfts bei Abschluss verschwiegen haben. Dabei liegen Gutachten vor, aus denen ersichtlich wird, dass die beteiligten Banken teilweise sechs bis siebenstellige Gewinne mit diesen Geschäften erzielt haben. Gerade dies nimmt der BGH zum Anlass die Geschäfte aufs schärfste zu verurteilen. Stimmen aus dem entscheidenden XI. Senat des BGH sprechen sogar von Sittenwidrigkeit.

Die Banken verlieren auf breiter Basis vor sämtlichen Instanzen. Oft wird eine zweite Instanz seitens der Banken nicht mehr versucht. 

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass geschädigte Bankkunden auf keinen Fall Verluste aus solchen Geschäften bezahlen sollten, ohnen zuvor den Einzelfall mit einem spezailisierten Rechtsanwalt geprüft zu haben. Umstritten ist nach wie vor die Frage der Verjährung, da sie bis heute nicht eindeutig von einer höheren Instanz entschieden worden ist. Auch aus diesem Grund lohnt sich bereits die Überprüfung seiner Ansprüche, bevor es vielleicht zu spät ist.