HypoVereinsbank durfte Cross Currency Swaps nicht an Privatkunden verkaufen

25.03.20111074 Mal gelesen
LG München I schafft Fakten und erklärt der HypoVereinsbank, dass es CCS als ungeeignet für Privatpersonen hält.

In einem weiteren Verfahren gegen die HypoVereinsbank wegen dem Verkauf von Cross Currency Swaps sprach das LG München I am Mittwoch in der mündlichen Verhandlung deutliche Worte. Die Vorsitzende Richterin war sogar der Meinung, dass es einer Beweisaufnahme prinzipiell nicht bedürfe, da die Beratung zum Erwerb dieses Produktes schon nicht anlegergerecht sei. Nach ständiger Rechtsprechung des BGH ist das bereits ausreichend für eine Rückabwicklung.

In der auf drängen der Bank durchgeführten Beweisaufnahme und der Anhörung des zuständigen Bankberaters ergab sich dann, dass der Bankberater von einem unbegrenzten Verlustrisiko wusste, darüber aber nicht aufgeklärt hat, weil die Bank dieses Risiko für rein theoretisch hielt. Dies wurde auch im Vorfeld bereits durch ein Schreiben der Rechtsabteilung der Beklagten ausgeführt.

Besonders verwerflich war in diesem Fall, dass die Klägerin ein Produkt zur Zinsverbesserung zu ihrer Festgeldanlage suchte. Derzeit hat sie einen Buchverlust fast in Höhe des anzulegenden Festgeldes. Das Gericht weißte darauf hin, dass ein CCS für das Anlageziel der Klägerin nicht geeignet sei.

Das LG München I führt damit stringent seine eigene Rechtsprechung und die der meisten OLG und des BGH vom Dienstag fort, in dem die obersten deutschen Richter die Deutsche Bank zu 500.000,00 Euro Schadenersatz verurteilten.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold der eine Vielzahl an Privatkunden und Kommunen in Swapfällen vertritt, meint dazu: "Die Banken haben hier Produkte zu ihrer eigenen Gewinnmaximierung verkauft. Aufgrund der aktuellen Urteile gegen die Banken in Sachen Swaps, hat sich am Ende wohl doch das maximale Risiko zu Ungunsten der Banken entwickelt."

Eine Entscheidung des LG München I ist Mitte April zu erwarten.