Zur fehlerhaften Anlageberatung bei Zinsswap-Geschäften

26.01.2011613 Mal gelesen
Zinsoptimierung durch ein Glücksspiel?

OLG Stuttgart: Zur fehlerhaften Anlageberatung bei Zinsswap-Geschäften

1. Zinsswaps sind intransparente synthetische Finanzinstrumente. Für die beratende Bank bestehen deshalb besondere Hinweis- und Aufklärungspflichten, die sich an dem Glücksspielcharakter des Geschäfts orientieren müssen.

2. Die Pflicht zur anleger- und anlagegerechten Beratung, insbesondere auch die zur Vermeidung und Offenlegung von Interessenkonflikten, besteht unabhängig davon, ob die beratende Bank eigene oder fremde Produkte anbietet.

3. Bei Zinsswap Geschäften ist auch ein mittelständisches Unternehmen grundsätzlich aufklärungsbedürftig. Ein Schadensersatzanspruch reduzierendes Mitverschulden ist regelmäßig nicht anzunehmen.

Auf Basis dieses Urteils wird noch einmal deutlich, dass die vermittelnden Banken keinen Anspruch haben die enorm hohen Verluste, welche beim Kunden entstanden sind einzufordern.

Betroffenen Bankkunden wird daher empfohlen, ihre Unterlagen von spezialisierten Rechtsanwälten in Hinsicht auf eine Rückabwicklung überprüfen zu lassen.