Wieder ein Sieg in Sachen ALAG und Albis!

19.10.2010997 Mal gelesen
OLG München verurteilt Anlageberater zur Rücknahme von Albis und ALAG Beteiligungen

Leipold & Coll. erstreitet Schadenersatz und Rückabwicklung wegen der Vermittlung einer Anlage in die ALAG Auto Mobil AG & Co und in die Albis. Das Oberlandesgericht München hat einem Anleger der durch die Rechtsanwaltskanzlei Leipold & Coll. mit Sitz in Frankfurt, München, Wien und Zürich wegen Falschberatung beim Erwerb einer Beteiligung an der ALAG Auto Mobil AG & Co. und Albis Schadenersatz und die Rückabwicklung der Anlage zugesprochen. Der Anleger wurde nicht auf das vorhandene Risiko des Teil- bzw. Totalverlustes hingewiesen. Diese Tatsache sah das Gericht nach Anhörung der Beklagten und des Klägers in der 1. Instanz als erwiesen an. Die Anlageberaterin welche anscheinende eine Vielzahl von ALAG und Albis Beteiligungen verkauft hat, muss nach dem Beschluss des OLG München die Anlage zurücknehmen und ihren Kunden von sämtlichen Folgeschäden freistellen. Darüber hinaus ist ein entgangener Gewinn zu zahlen, der den Schaden seit Mittelabfluss beim Kläger kompensieren soll. Die erhaltenen Ausschüttungen sind wiederum anzurechnen. Der erhaltene Steuervorteil hingegen ist nicht abzuziehen, da die Schadenersatzzahlung in dem Jahr der Zahlung als Einnahme zu versteuern ist und einen etwaigen früheren Steuervorteil wieder relativiert. An dieser Stelle folgt das Gericht der jüngsten BGH Entscheidung in Sachen Steuervorteil. Das Verfahren vor dem LG München I und nun auch OLG München dürfte eine Schlüsselrolle in den zahlreichen Verfahren wegen einer ALAG und Albis Beteiligung darstellen. Die ALAG Auto Mobil AG & Co. befindet sich seit 2009 in Liquidation und hat tausende Anleger einen Großteil ihrer Altersvorsorge gekostet. Jüngst teilte auch die Albis erste Zahlungsschwierigkeiten mit. Betroffenen Anlegern wird empfohlen, ihre Unterlagen von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Insbesondere muss beachtet werden, dass die Ansprüche wegen Falschberatung in Sachen ALAG Ende 2010 verjähren dürften, weil die ersten Schreiben wegen Verringerung der Ausschüttungen aus dem Jahr 2007 stammen und die Verjährungsfrist 3 Jahre ab Kenntnis beträgt.