Hamburger Sparkasse (HASPA) - wenn Swap und Darlehen gegen den Kunden laufen

Haspa
21.02.2019196 Mal gelesen
Als Zinssicherung wurden die Swaps angeboten und ruinieren zwischenzeitlich aufgrund des niedrigen Zinsniveaus zahlreiche Immobilienfinanzierungen. Die Sparkassen galten lange als die "Saubermänner" unter den Banken. Mit dieser Art von Geschäft haben daher die meisten Kunden nicht gerechnet.

Sparkassen waren immer die konservativen unter den Banken. Aber auch hier wurden wie bei den meisten Privatbanken Swaps als Gewinnbringer für die Bank an die Kunden verkauft. Dies ist spätestens seit den letzten 5 Jahren bekannt. Oft haben die Sparkassen sogar noch dramatischere Geschäfte den Kunden verkauft.

 

Dabei wurde meistens als Alternative zu einem Festzinsdarlehen  ein variables Darlehen mit einem Zinsswap angeboten. Der angebliche Vorteil, wäre die Zinssicherung auf dem damals aktuell niedrigen Niveau. Die Darlehen jederzeit ablösbar ohne Vorfälligkeitsentschädigung und eine Zinssicherung bis zu 30 Jahren. Bei Festzinsdarlehen können maximal 10 Jahre fest gelegt werden.

 

Was als die absolute Chance Seitens der HASPA angeboten wurde, ist heute genau die Kehrseite der Medaille. Es ist zwar richtig, dass die Kunden ohne Vorfälligkeit aus den variablen Darlehen aussteigen können. Beispielsweise bei einem Verkauf.

 

Der Swap als getrennter Vertrag vom Darlehen bleibt aber bestehen. Oder er wird zu einem oft hohen sechsstelligen Betrag aufgelöst. Eine mögliche Wertsteigerung des Immobilienprojekts wird dadurch oft völlig aufgezehrt.

 

Von den Auswirkungen negativer Zinsen war darüber hinaus gar kein rede bei Abschluss der Swaps.

 

Betroffene Kunden können sich allerdings wehren. Wenn Swap und Darlehen nicht konnex sind, gibt es gute Möglichkeiten einer Rückabwicklung. Auch eine fehlende Aufklärung über das tatsächliche Risiko kann zu Schadensersatz führen. Die Gerichte urteilen diesbezüglich bereits seit 2011 oft gegen die beratenden Banken.

 

Aus diesem Grund bestehen auch hier gute Chancen auf eine außergerichtliche Lösung solcher Streitigkeiten.

 

Betroffenen Kunden wird daher empfohlen, ihre Swapunterlagen von einem Spezialisten prüfen zu lassen.

 

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold hat sich seit 2007 auf die Rückabwicklung von Swaps spezialisiert. Insbesondere hat er in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Fälle mit der Hamburger Sparkasse bearbeitet. Oftmals ging es hier um die besonders langen Laufzeiten.