Krankenkassen haben Zuschuss für Hörgeräte verdoppelt - 14,9 Millionen Menschen sind Schwerhörig

Krankenkassen haben Zuschuss für Hörgeräte verdoppelt - 14,9 Millionen Menschen sind Schwerhörig
03.03.2014635 Mal gelesen
Krankenkassen haben Zuschuss für Hörgeräte verdoppelt - 14,9 Millionen Menschen sind Schwerhörig. Bei den siebzig bis neunundsiebzigjährigen Menschen sind 54 % schwerhörig! Sollten sie nicht zu einem angemessenen Hörgerät kommen, so wenden Sie sich an ihren Anwalt des Vertrauens.

Krankenkassen haben Zuschuss für Hörgeräte verdoppelt

Gesetzlich Krankenversicherte, die ein Hörgerät benötigen, bekommen ab November 2013 ein besseres digitales Gerät für ihre Ohren.

Um Schwerhörige mit dem modernen Standard zu versorgen, haben die gesetzlichen Kassen ab 1. November ihren Festbetrag um fast das Doppelte erhöht. Versicherte ab 18 Jahren erhalten dann von ihrer Kasse auf Antrag rund 785 Euro statt 421 Euro als Zuschuss für ein Hörgerät.

Die begleitende Nachsorge wird – anders als bisher – zusätzlich bezahlt.  Hinweise und Tipps helfen, an das geeignete Hörgerät zu gelangen:

  • Technischer Standard: 
  • Hörgeräte für Kassenpatienten müssen mindestens mit Digitaltechnik ausgestattet sein.
  • Vorteil: Ein digitales Hörgerät kann sich auf die Hörschwäche eines Patienten perfekt einstellen. Die moderne Technik sorgt für eine intelligente Signalver-arbeitung und kann zwischen Umgebungsgeräuschen und Sprache unter-scheiden. Der aufs Ohr treffende Schall wird automatisch reguliert. Feineinstell-ungen per Hand sind nicht mehr nötig. Geeignete Hörapparate müssen künftig mindestens über vier Kanäle und drei Hörprogramme, eine Rückkoppelungs- und Störschallunterdrückung sowie über eine Verstärkungsleistung von mindestens 75 Dezibel verfügen.
  • Übernahme der Kosten: Hörgeräte-Akustiker können  selbst entscheiden, welche Hörhilfen sie als Kassenhörgerät führen. Sie müssen jedoch einige Modelle anbieten, die der Höhe des Festbetrags entsprechen, den die gesetzlichen Kassen übernehmen.
  • Sofern sie nicht komplett von der Zuzahlung befreit sind, müssen Versicherte einen Eigenanteil von zehn Euro pro Gerät leisten. Je nach Hörschwäche und individuellem Bedarf sind viele Hörgeräte jedoch wesentlich teurer.
  • Statt rund 800 Euro können sie mehr als drei- oder vierfach so teuer sein. Etwaige Mehrkosten für ein höherwertigeres Gerät müssen Versicherte selbst übernehmen.
  • Ist ein teures Hörgerät – etwa mit einem höheren Frequenzbereich – medizinisch erforderlich, werden von der gesetzlichen Krankenversicherung auch qualitativ hochwertigere Modelle bezahlt.
  • Zahlung von weiteren Extras: Die Kassen bezahlen außerdem die Kosten für die Beratung, Programmierung und Anpassung des Hörgeräts sowie für die Nachbetreuung und auftretende Reparaturen. Die für den Betrieb erforderlichen Batterien übernehmen die Krankenkassen meistens nicht - nur bis zum achtzehnten Lebensjahr des Versicherten.
  • Wahl des Akustikers nicht allein in Eigenregie: Als Kassenleistung gibt’s ein Hörgerät nur auf Rezept nach einer Untersuchung beim Ohrenarzt.
  • Mit der Verordnung in der Tasche sollten sich Versicherte zunächst bei der Krankenkasse erkundigen, welche Hörgeräteakustiker sie als Vertragspartner mit einem Hörgerät versorgen können. Um das passende Gerät zu finden, ist es ratsam, die Leistungen von mindestens zwei Hörgeräteakustikern miteinander zu vergleichen. Der ausgewählte Akustiker ermittelt mit dem Versicherten das geeignete Hörgerät und erstellt einen Kostenvoranschlag. Auf dessen Basis wird ein Antrag mit der ärztlichen Verordnung an die Krankenkasse geschickt. Wichtig: Erst nach schriftlicher Zusage ist sicher, dass die Kasse die Kosten für das ausgewählte Gerät vom Hörgeräteakustiker erstattet.
  • Warnung vor Verzichtserklärung: Menschen mit Hörschwäche sollte sich von einem Akustiker nicht zur Wahl eines Geräts mit hohem Eigenanteil drängen lassen. Versicherte sollten auch keine Erklärung unterschreiben, mit der sie darauf verzichten, dass der volle Betrag von der Krankenkasse übernommen wird. Sie verbauen sich damit die Möglichkeit, einen Antrag auf Übernahme der Kosten bei der Krankenkasse zu stellen.

Sollten sie nicht zu einem angemessenen Hörgerät kommen, so wenden Sie sich an ihren Anwalt des Vertrauens.