PKV muss auch die siebente Kinderwunschbehandlung zahlen!

11.04.2012577 Mal gelesen
Berlin, den 11. April 2012. Der private Krankenversicherer wollte die Kosten für den siebenten (im Ergebnis erfolgreichen) Versuch einer künstlichen Befruchtung nicht mehr übernehmen.

Unsere erfolgreiche Argumentation
Die medizinische Notwendigkeit einer IVF/ICSI-Behandlung und damit die Pflicht zur Kostenübernahme besteht nach herrschender Rechtsprechung, wenn unter Berücksichtigung der individuellen Umstände der beteiligten Partner eine ausreichende Erfolgsaussicht gegeben ist. Dabei ist vor allem die Ursache der Kinderlosigkeit und das Alter der Partner, insbesondere das Alter der Frau, zu berücksichtigen.
Bei unseren Mandanten durfte trotz der zuvor erfolglosen Behandlungen nach dem aktuellen Stand der Reproduktionsmedizin davon ausgegangen werden, dass die vom Bundesgerichtshof (BGH) geforderte Erfolgswahrscheinlichkeit von mindestens 15 % vorlag. Diese Erfolgswahrscheinlichkeit wurde mehrfach von den behandelnden Ärzten bestätigt.
Nach aktueller BGH-Rechtssprechung ist die Anzahl der Versuche nicht begrenzt, soweit die vorgenannte Erfolgsaussicht besteht. Eine überflüssige oder nicht aussichtsreiche Behandlung lag daher bei unseren Mandanten nicht vor, eine medizinische Notwendigkeit war gegeben.
Aus diesem Grunde musste die Krankenversicherung die Behandlungskosten in voller Höhe tragen.

Kommentar
Immer wieder versuchen private Krankenkassen, die Kostenübernahme bei der „Kinderwunschbehandlung“ abzuwehren. In diesem Fall hat die Krankenkasse schnell erkannt, dass wir uns auf der Höhe der höchstrichterlichen Rechtsprechung befinden, die jüngst erneut klargestellt hat, dass die Versicherer nicht ihrer vertraglichen Pflicht genügen, wenn sie meinen, nach einem oder mehreren erfolglosen Versuchen müssten unter Rücksichtnahme auf die Versichertengemeinschaft keine weiteren Versuche mehr bezahlt werden. Entscheidend sind aber mindestens 15 % Erfolgswahrscheinlichkeit und nicht die Zahl der Versuche!

Unser Angebot: Kostenlose Ersteinschätzung! Bundesweit!
Unsere Fachanwältin für Versicherungsrecht gibt Ihnen kostenlos Auskunft, wenn Ihre private Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung nicht übernehmen will.
Sie informiert Sie über die Erfolgsaussichten und die Kosten eines möglichen Vorgehens. Fordern Sie dafür unseren Fragebogen an.
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Ansprechpartner:

Jana Meister
Fachanwältin für Versicherungsrecht
Tel.: 030 226674-0
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