Immer weniger Scheidungen in Deutschland – so wenig wie vor 25 Jahren

31.08.201842 Mal gelesen
Nach der romantischen Idee wird die Ehe grundsätzlich auf Lebenszeit eingegangen. Allerdings scheidet in vielen Fällen nicht der Tod, sondern ein Richter die Ehe. Statistische Zahlen zeigen jedoch, dass die Anzahl der Scheidungen 2017 auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gefallen ist.

Das verflixte siebte Jahr - ein Mythos?

Im Juli hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass die Zahl der Scheidungen auf jährlich 153.500 gesunken ist. Dies seien rund 9.000 geschiedene Ehen oder rund 5,5, Prozent weniger als noch im Vorjahr. Nur 1992 war die Zahl der Scheidungen mit 135.000 Fällen niedriger. Die durchschnittliche Dauer deiner Ehe betrug rund 15 Jahre. Bei der Einreichung der Scheidung vor Gericht waren die Frauen etwas häufiger am Zug, sie stellten in 51,5 Prozent der Fälle den Scheidungsantrag.

Entgegen dem Mythos endeten die meisten Ehen nicht nach dem siebten, sondern bereits nach dem sechsten Jahr. Bei rund 8.000 Scheidungen nach 2011 waren die beteiligten Eheleute bereits 25 Jahre verheiratet. Minderjährige Kinder hatten etwa die Hälfte aller Paare.

Aus der Schuld wurde die Zerrüttung

Bis 1977 galt bei der Scheidung das Schuldprinzip. Wer am Ende Schuld am Ende der Ehe war, der hatte Nachteile bei den Scheidungsfolgen - vom Unterhalt bis zum Sorgerecht für gemeinsame Kinder. Dies hatte zur Folge, dass vor Gericht im Zweifel über unschöne Details dreist gelogen wurde. Bei gutmütigen Scheidungswilligen musste einer der Partner die Schuld auf sich laden oder man blieb verheiratet, obwohl man getrennte Wege ging.

Heute gilt das Zerrüttungsprinzip bei der Ehescheidung. Die Ehe kann danach geschieden werden, wenn diese gescheitert ist. Dabei spielt als Nachweis das Trennungsjahr eine Rolle, bei dem Tisch und Bett getrennt werden müssen. Nur in Sonderfällen, kann die Ehe vorher geschieden werden. Ganz vom Tisch ist das alte Schuldprinzip allerdings nicht. In bestimmten Härtefällen bei besonders unsolidarischem oder missbräuchlichen Verhalten drohen einem Ehegatten bei der Scheidung Nachteile.

Statistiken lesen - manchmal eine Herausforderung

Aus familiärer Sicht kann sich die Statik sehen lassen. Ob es bei den Scheidungsanwälten auch so freudig zugeht, kann gewiss nicht beantwortet werden. Zu nennen ist dabei die Scheidungskennziffer, die den demografischen Wandel bereinigt und das genaue Scheidungsverhältnis ermittelt. Dieses liegt etwa konstant auf den Zahlen des Vorjahres.

Allerdings bleibt zu erwähnen, eine Scheidung ohne Scheidungsanwalt ist ein heikles Unterfangen. Daher sollte man sich bereits in der Trennungsphase über mögliche Rechtsfolgen informieren.

Unter https://www.rosepartner.de/familienrecht/scheidung-scheidungsanwalt.html finden Sie mehr zu Scheidung und Schuld.