Zahlreiche Reisemobilhersteller im Wohnmobil-Dieselskandal verwickelt

Wohnmobil-Dieselskandal
09.06.202144 Mal gelesen
Zahlreiche namhafte Reisemobilhersteller nutzen seit Jahren Basisfahrzeuge großer Autobauer, deren Motoren mit unzulässigen Abschalteinrichtungen versehen sind.

Der Abgasskandal nahm 2015 mit der Volkswagen AG und ihren manipulierten EA189-Dieselmotoren seinen Anfang und weitete sich 2020 dann schnell auf andere Motoren und bekannte Autobauer aus. Zunächst waren fast ausschließlich Pkw von Abgasmanipulationen betroffen, doch spätestens als bekannt wurde, dass auch Fiat sowie Fahrzeuge auf Basis des Fiat Ducato manipuliert sind, ist auch die Freizeitfahrzeugbranche Teil des Dieselskandals.

Im Mittelpunkt des Wohnmobil-Dieselskandals stehen aktuell die zur Fiat Chrysler Unternehmensgruppe gehörenden italienischen Automobilmarken Fiat und Iveco mit dem Kleintransporter Fiat Ducato sowie dem Kastenwagen Iveco Daily. Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 200.000 Fahrzeuge von Abgasmanipulationen betroffen, meist Wohnmobile. Aber auch Camper auf Basis von Fahrzeugen der deutschen Autobauer Mercedes-Benz und Volkswagen enthalten Dieselmotoren mit Betrugssoftware.

Basisfahrzeuge für Wohnmobile mit unzulässiger Abschalteinrichtung

Nach aktuellem Stand enthalten Fiat Ducato- und Iveco Daily-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 5 und 6 eine unzulässige Abschalteinrichtung, wenn sie zwischen 2014 und 2019 gebaut wurden. Bislang geht man davon aus, dass Dieselmotoren der Schadstoffklasse Euro 6d und Euro 6d-Temp über keine Abschalteinrichtung mit Schummelsoftware verfügen.

Die OM-Dieselmotoren mit der Abgasnorm 5, 6 oder 6b in den Mercedes-Baureihen Vito und Viano sowie der Sprinter aus den Baujahren 2014 bis 2018 verwenden ebenfalls eine illegale Abschalteinrichtung. Nach einem Daimler-Rückruf im Mai dieses Jahres liegt der Verdacht nahe, dass auch Euro 6d-Temp-Motoren mit Betrugssoftware ausgestattet sind. Vom Dieselskandal betroffen sind zudem der VW Bulli T5 und T6 und der VW Crafter mit manipulierten EA189- und EA288-Motoren.

Für die Transporter von Daimler und Volkswagen sowie für den Iveco Daily gibt es bereits einen verpflichtenden Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Bislang gibt es keinen offiziellen KBA-Rückruf für den Fiat Ducato, was aber nur eine Frage der Zeit ist.

Im Wohnmobil-Abgasskandal verstrickte Reisemobilhersteller

Die Liste zeigt Reisemobilhersteller, deren Wohnmobile auf Basisfahrzeugen und Motoren von Fiat, Iveco, Mercedes oder VW basieren. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Camping-Busse dieser Marken über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügen:

  • Adria
  • Arca
  • Autostar
  • Auto-Trail
  • Bavaria
  • Benimar
  • Bimobil 
  • Bocklet
  • Bürstner
  • Campereve
  • Capron
  • Caravans International
  • Carthago
  • Challenger
  • Chausson
  • Clever
  • Concorde
  • Dethleffs
  • Dopfer
  • Dreamer
  • Elnagh
  • Etrusco
  • Eura Mobil
  • Fleurette
  • Font Vendome
  • Forster
  • FormIT
  • Frankia
  • Giottiline
  • Globecar
  • Hobby
  • Hymer
  • McLouis
  • Iteneo
  • Iveco
  • Joint
  • Kabe
  • Karmann-Mobil
  • Kerkamm
  • Knaus
  • La Strada
  • Laika
  • LMC
  • Mobilvetta
  • Morelo
  • Mooveo
  • Niesmann Bischoff
  • Notin
  • PLA Camper
  • Phoenix
  • Pilote Le Voyageur
  • Pössl
  • Protec
  • Rapido
  • Rimor
  • Roller Team
  • Sunlight
  • SunLiving
  • Swift
  • Tourne
  • Weinsberg
  • Westfalia
  • Wingamm
  • Woelcke
  • X-GO

Fiat und Iveco selbst bieten auch Reisemobile an: den Fiat Malibu, den Fiat C-Tourer, den Fiat C-Sport, den Iveco Daily Hi-Matic, den Iveco Daily 4x4 und den Iveco Eurocargo.

Massive Wertverluste für manipulierte Wohnmobile

Wohnmobile mit unzulässigen Abschalteinrichtungen, die mehr Schadstoffe als erlaubt ausstoßen, sind nicht genehmigungsfähig. Somit drohen Fahrverbote und Stilllegungen. Insofern es einen verpflichtenden Rückruf durch das KBA gibt, müssen Software-Updates an der Motorsteuerung durchgeführt werden, die jedoch zu Motorproblemen führen können. Die kostspieligen Wohnmobile erfahren so oder so einen enormen Wertverlust; will man den Camper jetzt verkaufen, sind große Verluste gewiss.

Stellen Reisemobilbesitzer fest, dass sich in ihrem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung befindet, haben sie Anspruch auf Schadensersatz. Nach erfolgreicher Schadensersatzklage kann das Wohnmobil an den Hersteller zurückgegeben werden und der Kaufpreis wird erstattet. Alternativ können Besitzer ihr Reisemobil auch behalten und sich einen Schadensersatz, meist in Höhe von 20 bis 25 Prozent des Kaufpreises, auszahlen lassen.

Sind Sie im Besitz eines Wohnmobils, dass möglicherweise im Dieselskandal verwickelt ist? Dann nutzen Sie gerne die kostenlose Erstberatung der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN. Wir prüfen unverbindlich, ob Ihr Reisemobil von der Abgasmanipulation betroffen ist und klären Ihre möglichen Schadensersatzansprüche. Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch unter der 030 - 200 590 770 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an info@rueden.de.