Autodiebstahl – was nun?

Autodiebstahl – was nun?
31.03.20102498 Mal gelesen
Wer den Schaden hat... Nach einem Fahrzeugdiebstahl gefährden einige Fallstricke den Versicherungsschutz. Nur wer u.a. die Obliegenheiten vor und nach dem Versicherungsfall beachtet, kann auf Versicherungsschutz aus der Kfz-Teilkaskoversicherung vertrauen.

Am Abend parkte man den eigenen Pkw noch vor dem Haus, am nächsten Morgen fehlt vom Wagen jedoch jede Spur. Dies ist mittlerweile leider kein Einzelfall mehr. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost vom 31.03.2010 nahm der Diebstahl von Pkw in Berlin im vergangenen Jahr deutlich zu. "Nach Informationen dieser Zeitung wurden 6.863 Autos 2009 gestohlen, 1.607 mehr als noch 2008. Das bedeutet einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 30,6 Prozent." Das ist ausweislich des Berichts der höchste Wert seit 2003. Der Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft gibt zu bedenken: "Beim Autodiebstahl ist Berlin Spitzenreiter in Deutschland." Während sich die Gesamtzahl der in der Bundesrepublik verschwundenen Autos 2008 auf 16.100 belief, entfielen davon 6.800 auf Berlin. "Durchschnittlich werden pro Tag 19 Fahrzeuge als gestohlen gemeldet.", heißt es in der Berliner Morgenpost.
 Für die Betroffenen stellt sich in diesem Fall die Frage, ob und in welcher Höhe die Versicherung den Schaden erstattet. Grundsätzlich muss der Anspruchsteller zunächst darlegen und beweisen, dass der Pkw tatsächlich gestohlen wurde. Die Rechtsprechung räumt dem Betroffenen dabei lediglich Beweiserleichterungen ein. Danach ist der Nachweis (beispielsweise durch Zeugen) erforderlich, aber auch ausreichend, dass der Pkw an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit abgestellt und dort nicht wieder aufgefunden wurde. Unverzüglich hat  eine Schadensanmeldung an den Versicherer zu erfolgen. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Bereits bei der Schadensanmeldung lauern diverse Fallstricke. Falsche oder unvollständige Angaben, wie z.B. das Verschweigen von (auch reparierten) Vorschäden, unrichtige Angaben zum Kilometerstand, dem Kaufpreis, den Verkaufsabsichten und auch die irrige Angabe über Anzahl und Verlust von Schlüsseln, können den Versicherungsnehmer vollständig oder zumindest teilweise den Versicherungsschutz kosten. Daher ist es ratsam, bereits die Schadensanmeldung möglichst gemeinsam mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht / Versicherungsrecht auszufüllen um später Nachteile zu vermeiden. Auch sollten grundsätzlich alle relevanten Unterlagen, auf die man sich bei der Schadensanmeldung bezieht, möglichst vollständig in Kopie beigefügt werden. Denn der Entschädigungsanspruch gegen den Versicherer wird erst fällig, wenn dieser die notwendigen Ermittlungen zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Umfangs der Leistung beendet hat (§ 14 Abs. 1 VVG). Vorher hat der Verbraucher lediglich einen Anspruch auf Abschlagszahlungen, wenn die Erhebungen länger als einen Monat dauern (§ 14 Abs. 2 VVG). Nach Ablauf eines Monats seit Anzeige des Versicherungsfalls ist die Entschädigung zudem für das Jahr mit vier Prozent zu verzinsen (§ 91 VVG). Zudem ist erfreulicherweise durch die Reform des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) für Klagen aus dem Versicherungsvertrag nunmehr das Gericht am Wohnsitz des Verbrauchers zuständig (§ 215 VVG). Der Autor Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Strafrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht in Berlin und Fachbuchautor des Werkes AnwaltFormulare Rechtsschutzversicherung, das 2010 im DeutscherAnwaltVerlag in der 2. Auflage erschienen ist. 

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Rechtsanwalt Gregor Samimi ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Fachanwalt für Strafrecht in 12203 Berlin (Steglitz-Zehlendorf). Telefon 030-8860303. ? Kontaktieren Sie uns über www.ra-samimi.de. Wir helfen Ihnen gerne weiter!