Strafanzeige wegen Verdachts des Kapitalanlagebetrugs gegen Commerzbank wegen Hybridanleihe WKN CK 4578

08.12.20092167 Mal gelesen

Die Rechtsanwaltskanzlei Leipold & Coll. hat für die Gesellschaft zum Schutz europäischer Kapitalanleger (GS€K) heute Morgen bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt Strafanzeige gegen die Commerzbank AG wegen Verdachts auf Kapitalanlagebetrug gem. § 248 a StGB im Zusammenhang mit dem Vertrieb der Hybridanleihe WKN CK 4578 gestellt.

Hintergrund ist der Vertrieb der Hybridanleihe im Jahr 2006 an ca. 30.000 Kunden ohne ausreichende Aufklärung über die Risiken der Geldanlage.

In den vorliegenden Fällen wurde nicht darauf hingewiesen, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt mit 100 % Verlustrisiko. Nicht nur der Kapitalerhalt hängt an der Bonität der Commerzbank AG, sondern auch die angepriesenen Zinszahlungen in Höhe von zunächst 5,25 %. Weist die Commerzbank AG wie derzeit keinen Gewinn in Ihrer Bilanz aus, bleiben die Zinszahlungen für die Anleger ersatzlos aus. Im Falle einer Insolvenz würde es sich bei dem eingelegten Geld, sogar um Nachrrangkapital handeln, weil es sich dabei bilanztechnisch um Eigenkapital der Commerzbank AG handelt. Verschwiegen wurde auch die Tatsache, dass die Anleger keinerlei Kündigungsrecht haben. Sollten die Anleger frühzeitig an Ihr Geld wollen, bleibt nur der Verkauf über den freien Markt zum aktuellen Marktwert. Dieser befindet sich aber bereits seit längerem weit unter dem eingesetzten Kapital. Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Leipold berichtet weiter: „In den uns vorliegenden Fällen, haben die Bankberater zum Zeitpunkt der Zeichnung keinen Prospekt übergeben. Dieser wurde erst auf Nachfragen der jeweiligen Anleger Jahre später herausgegeben. Bereits daraus ergibt sich ein entsprechender Beratungsfehler mit haftungsrechtlichen Folgen zugunsten der Anleger.“ 

In den Fällen bei den ein so genannter Produktflyer ausgegeben worden ist, sieht die Rechtslage ähnlich aus. Der Produktflyer dürfte nach Prüfung nicht ausreichend zur Risikoaufklärung sein. Darüber hinaus bestehen erhebliche Zweifel, dass dieser Produktflyer die Realität wirklich darstellt.

Die Commerzbank dürfte beim Vertrieb auch einen erheblichen Interessenskonflikt gehabt haben, da sie selbst von den eingesammelten Geldern profitierte. Denn im Ergebnis sammelten die Berater der Commerzbank im Namen einer Tochtergesellschaft der Bank in den USA Eigenkapital für die deutsche Commerzbank ein. Dieser Hinweis erfolgte an die Kunden allerdings nicht.

Sollte die Staatsanwaltschaft Frankfurt zu dem Ergebnis kommen, dass hier ein Fall des § 248 a StGB vorliegt, würde sich nach einer rechtskräftigen Verurteilung die Verjährungsfrist auf 30 Jahre erhöhen.

Bis dahin gilt allerdings die 3 Jahresfrist nach dem WpHG. Diese Frist läuft 3 Jahre nach Kaufdatum ab.

Betroffenen Anlegern wird daher angeraten, Ihre Ansprüche rechtzeitig durch verjährungshemmende Massnahmen zu sichern.

Für Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an die
Rechtsanwälte Leipold & Coll. in München oder Frankfurt a.M.
Rechtsanwalt Michael A. Leipold
Max-Joseph-Str. 7 A                  An der Welle 4
80333 München                          60325 Frankfurt a. M.
Tel: 089 - 69 38 69 0                  Tel.: 069 - 97 16 84 53
E-Mail: [email protected]           E-Mail: [email protected]