Lion Equity Fund – Fehlerhafte Anlageberatung durch Beratungsgesellschaft?

11.11.20091359 Mal gelesen
Bei dem Lion Equity Fund Easy Select handelt es sich um einen geschlossenen Fonds, der 70 – 80 % der Investitionssumme in Private Equity / Unternehmensbeteiligungen und 20 - 30 % in Immobilien investiert. Vertrieben wurde er insbesondere in den Jahren 2007 und 2008, u.a. auch durch die Südfinanz AG mit Sitz in Regensburg. Gegen diese Gesellschaft wurden bereits zahlreiche Klagen enttäuschter Anleger im Zusammenhang mit den Capital Sachwert Alliance Beteiligungsfonds AG & Co. KGs eingereicht, das OLG Nürnberg hat die Südfinanz AG wegen fehlerhafter Anlageberatung im Zusammenhang mit einem CSA Fonds rechtskräftig zu Schadensersatz verurteilt.
 
Der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte liegen nun Informationen eines Anlegers vor, die nach dessen Darstellung die Vorgehensweise der Südfinanz AG im Zusammenhang mit der Empfehlung zum Erwerb des Lion Equity Fund zumindest in einem Einzelfall zeigen.
 
Wie der Anleger gegenüber den CLLB Rechtsanwälten erklärte, sei er im Jahr 2008 von einer Jugendfreundin zu einem Seminar der Südfinanz AG eingeladen worden, bei dem u.a. der Lion Equity Fund mit Gewinnraten von bis zu 18 % vorgestellt worden sei. Offiziell lief das Seminar aber unter dem Stichwort Mitarbeitergewinnung, sodass maßgeblich Bewerbungsgespräche und Probeschulungen zur Kundengewinnung geführt wurden. Tatsächlich wurden aber unter dem Deckmantel des Bewerbungsverfahrens ausgiebig die Produkte der Südfinanz AG vorgestellt und den Anwesenden schließlich eine Zeichnung nahegelegt.
 
Zu dem Lion Equity Fund sei dabei, so der Anleger, beispielsweise erläutert worden, dass es sich um eine sehr sichere Beteiligung handele. Zwar berge jede Art von Investitionen ein gewisses Risiko, von einem Totalverlustrisiko könne aber keine Rede sein.
 
„Tatsächlich handelt es sich bei der Beteiligung an dem Lion Equity Fund aber um eine hochriskante Investition“, so Rechtsanwalt Christian Luber, LL.M., M.A., von der auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei CLLB Rechtsanwälte mit Sitz in München, Berlin und Zürich. „Im Emissionsprospekt zieht sich die Darstellung der Risiken über zehn Seiten hin, genannt werden u.a. das Blind-Pool Risiko, Währungsrisiken und Haftungsrisiken aus Nachhaftung. Schließlich heißt es unter dem Stichwort ´Maximales Risiko: Anleger … können ihre gezeichnete Beteiligungssumme inklusive Agio vollständig verlieren.` Somit handelt es sich alles andere als um eine sichere Kapitalanlage. “
 
Geschädigte Anleger, die ebenfalls nicht auf die erheblichen Risiken des Lion Equity Fund hingewiesen wurden, sollten daher zivilrechtliche Schadensersatzansprüche prüfen lassen.