Berufsunfähigkeitsversicherung: Weiterzahlung der Rente auch bei erneuter Berufsaufnahme möglich

20.07.20091900 Mal gelesen
Berlin, den 20.07.2009: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte informiert Sie über einen Vergleich, den wir für einen unserer Mandanten im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung erzielen konnten.
 
Der Fall
Unser Mandant war selbstständiger Handwerksmeister.  Auf Grund einer Rückenerkrankung konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben und wurde im Jahre 2006 berufsunfähig. Seine Versicherung erkannte die Berufsunfähigkeit an und zahlte die vereinbarte BU-Rente. Nachdem unser Mandant eine Umschulung zum Luftverkehrskaufmann erfolgreich abgeschlossen hatte, nahm er eine Tätigkeit in diesem Beruf auf. Daraufhin wollte die Versicherung die Rente nicht mehr zahlen, da unser Mandant nicht mehr berufsunfähig sei. Die während der Umschulung erworbenen neuen Kenntnisse dürften - nach Meinung der Versicherung - bei der Entscheidung, ob weiterhin eine Berufsunfähigkeit vorliege, berücksichtigt werden. Daraufhin ließ unserer späterer Mandant sein Problem im Rahmen unseres 50-Euro-Checks prüfen und beauftragte uns dann mit der Durchsetzung seiner Interessen.
 
Die Lösung
Nach Prüfung des Sachverhalts kamen wir zu dem Ergebnis, dass unser Mandant auch nach der Umschulung und trotz Ausübung eines neuen Berufes Anspruch auf die Fortzahlung der BU-Rente hat. Nach den vereinbarten Versicherungsbedingungen durfte die Versicherung zwar tatsächlich die neu erworbenen Kenntnisse berücksichtigen. Da jedoch der neue Beruf unseres Mandanten ein geringeres soziales Ansehen als der eines selbstständigen Handwerksmeisters genießt, hat er weiter Anspruch auf die Zahlung der BU-Rente.
Unser Mandant war an einer schnellen Lösung seines Problems interessiert. Deshalb reichten wir – trotz sehr guter Erfolgsausichten – keine Klage ein, sondern einigten uns im Ergebnis außergerichtlicher Verhandlungen mit der Versicherung auf folgenden Vergleich: Unser Mandant erhält für drei Jahre die BU-Rente weiter und muss in dieser Zeit keine Prämien für die Versicherung zahlen, obwohl er in seinem neuen Beruf in Vollzeit tätig ist.
 
Der Kommentar
Wenn die Versicherung die Zahlung einer BU-Rente einstellen will, weil Sie als Versicherungsnehmer neue Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, muss zunächst geprüft werden, ob die Versicherung die neuen Kenntnisse überhaupt berücksichtigen darf. Selbst wenn dies der Fall ist, darf die Versicherung dann nur ihre Zahlungen einstellen, wenn zum einen der neue Beruf die gleiche soziale Anerkennung genießt wie der alte, und wenn zum anderen auch der Verdienst nicht wesentlich geringer ist als vordem, also nur geringe Einkommenseinbußen entstehen.
 
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