Schadensersatz bei Zertifikatsverlusten

20.02.2009543 Mal gelesen

Zertifikate zählen zu den Derivaten. Es handelt sich somit um gegenseitige Verträge, deren Preisbildung auf einer marktabhängigen Bezugsgröße basiert.

Anleger können das Zertifikat wie Aktien über die Börse kaufen und verkaufen, indem sie einen entsprechenden Auftrag an ihre Bank senden, ohne auf die Besonderheiten der sonst nur eingeschränkten Handelbarkeit Rücksicht nehmen zu müssen.

Mit dem Erwerb des Zertifikats tritt der Anleger in eine rechtliche Verbindung mit dem Emittenten ein, indem er einen Zahlungsanspruch gegen den Emittenten erhält. Im Gegensatz zu Aktien, die einen Anteil am Eigenkapital und somit am Gewinn und Verlust eines Unternehmens darstellen und somit anderen Verbindlichkeiten nachrangig sind, handelt es sich bei Zertifikaten rechtlich gesehen um Schuldverschreibungen bzw. Anleihen ? das Schuldversprechen des Emittenten an den Inhaber des Zertifikats am Ende der Laufzeit eine bestimmte Leistung zu erbringen. Der Emittent sichert sich, um keine eigenen Verluste aus der Emission von Zertifikaten zu erleiden, in der Regel durch sogenannte Absicherungsgeschäfte (Optionsgeschäften, Swaps etc.) ab.

 

Bei Derivaten besteht stets das Risiko, dass bei Zahlungsunfähigkeit des Herausgebers ein Totalverlust des investierten Kapitals eintritt. Im Allgemeinen werden die meisten Zertifikate von Banken ausgegeben. Aus diesem Grund wurde der Totalverlust bisher als wenig wahrscheinlich angesehen, dennoch muss sich jeder Anleger dieses Risikos bewusst sein bzw. mit dem Risiko bekannt gemacht werden.

In aller Regel ist es, zur Vermeidung eines Totalverlustes wichtig, beim Kauf eines Zertifikats auf die Bonität des Emittenten zu achten. Diese könnte mit Hilfe einer formalisierten Bonitätsprüfung (Rating), überprüft werden.

 

Zertifikate unterliegen nicht dem Schutz, den Anlagen in einen Fonds oder Einlagen in eine Bank (z. B. durch die EdB GmbH) genießen. So ist die Lehman Brothers Bankhaus Aktiengesellschaft der EdB zugewiesen und der Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen. Kundeneinlagen, einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe, sind bis zu 90 % und maximal 20.000,00 ? geschützt und Einlagen bis zur Sicherungsgrenze durch den Einlagensicherungsfonds gesichert.

 

Für Verluste aus Investition in Zertifikate bleibt den Anlegern der Anspruch gegen den Berater oder die beratende Bank, denn im Rahmen einer anlage- und anlegerrechten Beratung muss über das bestehende Risiko aufgeklärt werden.

Sollte Ihnen ein Zertifikat als eine Möglichkeit dargestellt worden sein, die sich aufgrund der Sicherheit besonders als Anlageform eignet, ohne dass zuvor über ihre Risikobereitschaft gesprochen und über Risiken aufgeklärt wurde, sollten Sie Ihre Ansprüche durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen.

 

Für Fragen zum Thema Zertifikate wenden Sie sich bitte an die

Rechtsanwälte Leipold & Coll. in München und Frankfurt am Main

Rechtsanwalt Michael A. Leipold

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