Südwest Finanz Vermittlung Zweite AG: Unsere Mandantin erhält 90 % ihrer Einzahlungen zurück

04.11.20081222 Mal gelesen

Berlin, den 04.11.2008: Die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte hat mit der Südwest Finanz Vermittlung Zweite AG einen Vergleich vor dem OLG Stuttgart erzielt, der unserer Mandantin zur Rückzahlung von 90 % ihrer Einzahlungen verhilft.

 
Der Fall:
Unsere Mandantin wurde im Jahr 2001 als atypisch stille Gesellschafterin der Südwest Finanz Vermittlung Zweite AG geworben. Sie verpflichtete sich, monatlich 150 Euro über eine Dauer von 30 Jahren in diese Gesellschaft zu investieren.
In dem Beratungsgespräch wurde unsere Mandantin nicht auf die bestehenden Risiken, insbesondere das Totalverlustrisiko dieser Geldanlage hingewiesen. Der die Beteiligung vermittelnde Berater erklärte vielmehr, dass aufgrund des Investitionsschwerpunktes „Immobilien“ kein Grund zur Sorge bestünde, diese Investition sei sicher und wertstabil. Zur Untermauerung seiner Angaben legte er unserer Mandantin den Emissionsprospekt der Gesellschaft vor, den er jedoch wieder mitnahm und der ihr auch nach dem Erhalt des Beteiligungszertifikates nicht ausgehändigt wurde.
 
Die Entscheidung:
Nachdem das Landgericht Stuttgart die Klage unserer Mandantin zunächst abgewiesen hatte, wendete sich das Blatt in der Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Die Richter hörten zunächst unsere Mandantin und anschließend den Berater an. Dieser bestätigte, unsere Mandantin dahingehend beraten zu haben, dass bei dieser Anlage überwiegend in Immobilien investiert werden würde und dies auch im Prospekt so dargestellt sei. Das Gericht konfrontierte ihn daraufhin mit der Tatsache, dass sich bereits im Jahr 2000, also vor dem Beitritt unserer Mandantin, der Schwerpunkt der Gesellschaft laut Geschäftsbericht auf die Investition in Aktien und Unternehmensbeteiligungen verlagert hatte; lediglich 20 % sollten danach noch in Immobilien investiert werden.
Die Richter machten deutlich, dass die Anlegerin darüber hätte aufgeklärt werden müssen. Sollte der Vermittler über die aktuellen Investitionen der Gesellschaft nicht informiert gewesen sein, dann wäre er verpflichtet gewesen, sie darauf hinzuweisen. Da er nichts von dem getan hatte, lag eine fehlerhafte Beratung vor, die sich die Südwest Finanz Vermittlung Zweite AG zurechnen lassen muss.
Das Gericht kam des Weiteren zu dem Ergebnis, dass auch der Emissionsprospekt der Gesellschaft wegen falscher Angaben zu den Investitionsschwerpunkten fehlerhaft sei. Zudem hatten weder der Prospekt noch der Berater auf die Risiken der Beteiligung aufgrund von Altverträgen hingewiesen, die wegen einer vereinbarten ratenweisen Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens gegen das 1998 in Kraft getretene KWG-Gesetz verstoßen.
Aus diesen Gründen schlugen die Richter am Ende des Verfahrens den Abschluss eines Vergleiches vor, dem die Südwest Finanz Vermittlung Zweite AG und der mitverklagte Berater schließlich zustimmten. Da auch unsere Mandantin an der Fortsetzung des Rechtsstreits kein Interesse hatte, schlossen wir einen Vergleich, der die sofortige Beendigung der Beteiligung vorsieht und die Gesellschaft und den Berater zu einer Erstattung von 90 % der geleisteten Einzahlungen an unsere Mandantin verpflichtet.
 
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