Fehler im Krankenhaus.- pro Jahr rund 19.000 Fälle - was können die Angehörigen unternehmen?

Fehler im Krankenhaus.- pro Jahr rund 19.000 Fälle - was können die Angehörigen unternehmen?
01.02.2014300 Mal gelesen
Einer von tausend Krankenhauspatienten verstirbt durch Fehler im Krankenhaus. Das sind pro Jahr rund 19.000 Todesfälle und ca. 190.000 Schadensfälle durch Behandlungsfehler Was kann man machen wenn ein Angehöriger verstarb, einen Behandlungsfehler erleiden musste?

Krankenhaus-Report 2014

Etwa bei jeder hundertsten Krankenhausbehandlung kommt es zu einem Behandlungsfehler, oftmals mit der Folge gravierender gesundheitlicher Probleme. Einer von tausend Krankenhauspatienten verstirbt sogar durch Fehler im Krankenhaus. Das sind pro Jahr rund 19.000 Todesfälle und damit fünf Mal so viele wie im Straßenverkehr. „In jedem Klinikaufenthalt steckt ein gewisses Risiko, denn die Behandlungen können trotz aller Sorgfalt gefährlich sein. Doch viele Fehler ließen sich durch zusätzliche Bemühungen um mehr Patientensicherheit vermeiden“, sagte Jürgen Klauber, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und Mitherausgeber des neu erschienenen Krankenhaus-Reports 2014, der sich dem Schwerpunkt Patientensicherheit widmet.

 

Laut internationalen Studien muss an deutschen Krankenhäusern mit rund 190.000 durch Fehler verursachten Schadensfällen gerechnet werden. „Diese Zahl  umfasst ausschließlich diejenigen Fälle, bei denen ein echter Behandlungsfehler vorliegt“, erläuterte Max Geraedts von der Universität Witten/Herdecke und Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports.

„Die Zahl der Krankenhausfälle mit unerwünschten, aber vermeidbaren Ereig-nissen liegt gar in einer Größenordnung zwischen zwei und vier Prozent beziehungsweise zwischen 360.000 und 720.000 Fällen.“

 „Die Ursachen für Behandlungsfehler und vermeidbare Schäden sind vielfältig. Dazu zählen Fehler bei der Medikamentengabe, schadhafte Medizinprodukte oder die mangelnde Umsetzung von Hygienevorschriften“, so Jürgen Klauber, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und ebenfalls Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports. Jährlich ziehen sich zum Beispiel knapp vier Prozent der Krankenhauspatienten während des Krankenhaus-aufenthalts Infektionen zu. „Auch eine unzureichende Sicherheitskultur in den Krankenhäusern spielt immer wieder eine Rolle“, so Geraedts. „Organisatorische Defizite, mangelnde Abstimmung zwischen den Krankenhausmitarbeitern und der mitunter zu geringe Stellenwert von Sicherheitsbelangen können für die Patienten verheerende Folgen haben.“ Schließlich gefährden auch ökonomische Fehlanreize, wie etwa nicht medizinisch indizierte Leistungen, die Patientensicherheit. 

Geschädigte können sich durch Patientenanwälte vertreten lassen.  

 

Der Krankenhaus-Report wird jährlich vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) gemeinsam mit Max Geraedts von der Universität Witten/Herdecke und Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen herausgegeben.

 Quelle: Krankenhaus-Report 2014: Klauber/Geraedts/Friedrich/Wasem (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2014, Schwerpunktthema: Patientensicherheit; Schattauer-Verlag, Stuttgart 2014; broschiert; 54,95 €; ISBN 978-3-7945-2972-8