Multi Advisor Fund I: Landgericht spricht unserem Mandanten 157.815 € Schadenersatz zu

12.04.2013393 Mal gelesen
Berlin, den 12. April 2013. Erneut ist es uns in einem Verfahren gelungen, für unseren Mandanten Schadenersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung zu erstreiten. Der Hauptfehler des Anlageberaters: Er hatte den Multi Advisor Fund I als Kapitalanlage zur Altersvorsorge vermittelt.

Der Fall
Unsere Mandantin, unerfahrenen bei Kapitalanlagen, hatte sich im Sommer 2005 bei einem Berater nach Anlagemöglichkeiten erkundigt. Nachdem dieser ihr den Multi Advisor I vorstellte, befragte sie ihn nach der Sicherheit, dem Risiko, der Laufzeit und der Rendite der Anlage. Schließlich zeichnete sie diesen Fonds im Rahmen des Beteiligungsprogrammes Multi B mit einer Einmaleinlage von knapp 160.000 € sowie einer monatlichen Rate von 840 € auf die Dauer von 40 Jahren. Daraus ergab sich eine Vertragssumme von 560.700 €.
Anfang des Jahres 2009 wurden die Ausschüttungen verringert bzw. eingestellt. Da die Ratenzahlungen aus den gewinnunabhängigen Entnahmen finanziert werden sollten, konnte unsere Mandantin ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Daraufhin wurde gegen sie zunächst ein Mahnverfahren eingeleitet und dann Klage eingereicht. Wir erhoben im Auftrag unserer Mandantin Widerklage und waren damit erfolgreich.

Die Entscheidung
Das Gericht sprach unserer Mandantin Schadenersatz wegen Beratungsfehlern in Höhe von knapp 160.000 € zu. Der Berater sei aus dem (stillschweigend) zustande gekommenen Beratungsvertrag verpflichtet gewesen, unsere Mandantin über alle für ihre Anlageentscheidung wesentlichen Umstände richtig und umfassend aufzuklären. Diese Pflicht habe er insbesondere aus folgenden Gründen verletzt:
Unsere Mandantin wollte eine sichere Anlage zu ihrer Altersvorsorge. Aufgrund der 40jährigen Laufzeit hätte ihr aber erst im Alter von 92 Jahren das Anlagevermögen zur Verfügung gestanden. Die ihr zugesagte Möglichkeit, vorher Teilauszahlungen erhalten zu können, sei unzutreffend. Das Konzept des Multi Advisor Fund I sei darüber hinaus grundsätzlich ungeeignet, diesen Fonds zur Altersvorsorge anzubieten, weil bei ausbleibenden Ausschüttungen über die gesamte Vertragslaufzeit – also über den Rentenbeginn hinaus – Raten zu zahlen seien. Und schließlich sei unsere Mandantin nicht hinreichend über das Totalverlustrisiko aufgeklärt worden.
Alles in allem sei Multi Advisor Fund I für die Altersvorsorge gänzlich ungeeignet. Das hätte der Berater wissen bzw. erkennen müssen und unserer Mandantin deshalb diesen Fonds nicht vermitteln dürfen.

Landgericht Frankenthal, Urteil vom 26.3.2013, Az.: 3 O 161/10

Kommentar
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Wir vertreten seit Jahren geschädigte Anleger des Multi Advisor Fund I. Und immer wieder stoßen wir auf drastische Beratungsfehler. Ein wichtiger Grund hierfür dürfte sein, dass die Vermittler und Berater an diesem Fonds gut verdienten. Die Aussicht auf die Provision ließ sie oft das „Blaue vom Himmel“ versprechen. Den Schaden haben die Anleger. Doch wie auch dieses Urteil zeigt, sind geschädigte Anleger nicht chancenlos. Keiner sollte sich mit seinem Schaden abfinden, der ihm im Vertrauen auf die Kompetenz und die Seriosität der Vermittler und Berater entstanden ist.

Ihr Ansprechpartner:
André Felgentreu
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: [email protected]

Unser Angebot: Ersteinschätzung kostenfrei!

Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage.

Rufen Sie uns an!
030 226674-0
8:00 bis 20:00 - Sa 10:00 bis 16:00 Uhr
Fordern Sie einen Kurzfragebogen an!

Wir senden Ihnen den Fragebogen kostenlos und unverbindlich!
Schicken Sie uns den Fragebogen per E-Mail, Fax oder Post ausgefüllt zurück. Wir prüfen dann umgehend Ihre Ansprüche und unterrichten Sie über die Erfolgsaussichten und Kosten eines Rechtsstreites!