Mündliche Aussagen des Anlageberaters sind ausschlaggebend und begründen einen Schadensersatzanspruch !

17.10.20071042 Mal gelesen

In einem Urteil des LG München I (Az.:12 O 6186/07 v. 25.September 2007) wurde bestätigt, dass die mündlichen Ausführungen eines Anlageberaters maßgeblich für einen Schadensersatzanspruch sind. Das Gericht hat trotz Übergabe eines vollständigen Prospekts vor Zeichung eines US-Immobilienfonds  anerkannt, dass die Ausführungen des Anlageberaters für die Anlageentscheidung der Klägerin entscheidend waren. Die Klägerin wollte ihre monatliche gesetzliche Rente zum Rentenbeginn um € 150,00 aufbessern. Dazu suchte sie eine entsprechende Anlageform. Die Anlageberaterin die ihr den streitgegenständlichen Immobilienfonds empfohlen hat erkundigte sich beim Initiator über diese Möglichkeit und bekam eine Bestätigung, dass dies in der Zukunft bei dieser Anlage möglicherweise geplant sei. Diese Information gab die Anlageberaterin an die Anlegerin weiter. Obwohl der übergebene Prospekt ausdrücklich darauf hingewiesn hat, dass eine solche Entnahmemöglichkeit wärend der Laufzeit nicht besteht, ging das LG München I davon aus, dass es auf die Übergabe und den Inhalt des Prospekts nicht ankomme. Entscheidend war vielmehr die Aussage des Anlageberaters die sich später als falsch herausstellte. Tatsächlich wurde trotz Planung nie eine Entnahmemöglichkeit für die Anleger im Fonds umgesetzt.

Die Klägerin welche von Leipold & Coll. vertreten wird, bekommt aus dem Urteil ihre gesamte Anlagesumme zzgl. Zinsen und Agio abzüglich Ausschüttungen zurückerstattet. Im Gegenzug muss der Anlageberater die Anlage zurücknehmen.

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