Allergischer Schock und Schokoladentod: Unfallversicherung sagt nein – OLG München sagt ja

20.04.2012374 Mal gelesen
Berlin, den 20. April 2012. Das Oberlandesgericht München hat aktuell über die Leistungspflicht eines Versicherers nach einem Unfalltod entschieden. In diesem Fall ging es um den Tod eines Kindes nach dem Verzehr von Schokolade infolge einer Allergie.

Der Fall
Das geistig behinderte Kind hatte in einem unbeobachteten Augenblick nusshaltige Schokolade gegessen. Weil es unter einer Haselnussallergie litt, starb es kurz darauf an einem allergischen Schock.
Die Mutter des Kindes machte Ansprüche aus ihrer Familienunfall-Versicherung geltend, bei der ihr Kind mitversichert war. Der Versicherer weigerte sich jedoch, den für einen Unfalltod vereinbarten Betrag von 27.000 Euro zu zahlen, weil die Todesursache ungeklärt sei und kein Unfall im Sinne der Versicherungs-Bedingungen vorliege.
Daraufhin klagte die Mutter.

Die Entscheidung
Die Richter gaben der Klage der Mutter gegen den Versicherer statt.
Es stelle einen Unfall im Sinne einer privaten Unfallversicherung dar, wenn eine auf  bestimmte Lebensmittel allergisch reagierende Person versehentlich bzw. unbewusst ein Lebensmittel zu sich nimmt, an dem sie verstirbt.
Nach der Aussage eines vom Gericht beauftragten medizinischen Sachverständigen stehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest, dass das Kind an den Folgen einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel verstorben ist. Denn es hatte Schokoladentäfelchen vom Weihnachtstisch genommen, die möglicherweise Nussbestandteile enthielten.
Die Leistungspflicht des Versicherers vermindere sich auch nicht wegen der Mitwirkung bereits vorhandener Krankheiten oder Gebrechen bei den Unfallfolgen. Eine allergische Reaktionsbereitschaft stelle keine Krankheit dar.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat das Gericht eine Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

Oberlandesgericht München, Urteil vom 1. März 2012, Az.: 14 U 2523/11

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