Kaskoversicherung: Autodiebstahl - Quotelung des Schadenersatzes bei grober Fahrlässigkeit

24.08.2011523 Mal gelesen
Berlin, den 24. August 2011. Der Kaskoversicherer muss nur zu einem Teil den Schaden begleichen, wenn einem Mietwagenunternehmen ein Auto dadurch entwendet werden konnte, weil sich der Autoschlüssel in einem nicht besonders gesicherten Briefkasten befand.

Der Fall
Kunden eines Mietwagenunternehmens, die nach Geschäftsschluss den Leihwagen zurückgaben, warfen die Autoschlüssel vereinbarungsgemäß in einen unbeschrifteten Briefkastenschlitz eines auf dem Unternehmensgelände befindlichen Garagentors. Da sich hinter dem Schlitz kein Kasten befand, fiel der Schlüssel auf den Boden. Ein Täter erlangte einen dieser Schlüssel und entwendete ein auf dem Betriebsgelände verschlossen abgestelltes Auto.
Als der Mietwagenunternehmer den Diebstahl seinem Kaskoversicherer meldete, war dieser nur bereit, sich unter Abzug der Selbstbeteiligung lediglich zur Hälfte an dem Schaden zu beteiligen, weil hier ein Fall grober Fahrlässigkeit vorliegen würde, der zu einer teilweisen Leistungsverweigerung berechtige.
Der Mietwagenunternehmer klagte und wandte ein, dass der Täter nicht habe wissen können, dass der Schlitz für die Rückgabe von Autoschlüsseln gedacht sei. Deshalb liege keine grobe Fahrlässigkeit vor.

Die Entscheidung
Das Gericht konnte der Kläger damit nicht überzeugen; es wies die Klage auf Zahlung der restlichen 50 % als unbegründet zurück.
Der Kläger habe den Diebstahl des Mietwagens grob fahrlässig ermöglicht. Die für die Rückgabe der Fahrzeugschlüssel vorhandene Vorrichtung unterschreite erheblich die erforderlichen und zumutbaren Sicherungseinrichtungen. Allein durch den Einsatz simpler Werkzeuge sei es möglich, an die Schlüssel zu gelangen. Damit hätte der Kläger rechnen müssen. Diebstähle von Mietfahrzeugen durch das Herausangeln von Fahrzeugschlüsseln seien üblich und gehörten in den Bereich der Bandenkriminalität. Ein unbeschrifteter Schlitz biete ungenügenden Schutz, da ein an einem Garagentor angebrachter Briefschlitz auf dem Gelände eines Mietwagenunternehmens naheliegend zur Schlüsselrückgabe genutzt werde.
Alles in allem habe der Versicherer zu Recht die Leistungen daher wegen mittelschwerer grober Fahrlässigkeit um 50 % gekürzt.

Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom 29.6.2010, Az.: 230 C 14977/09

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