Widerrufsrecht für alte Darlehen besteht weiter

Widerrufsrecht für alte Darlehen besteht weiter
27.06.2016236 Mal gelesen
Gemeinhin galt der 21. Juni 2016 als Stichtag des sogenannten "ewigen" Widerrufsrechts. Doch nicht für alle Altdarlehen ist die Möglichkeit eines späten Widerrufs und den damit verbundenen Vorteilen erloschen. Werdermann | von Rüden bietet eine kostenlose Erstberatung!

Widerrufsrecht für alte Darlehen besteht weiter

Vor einer Woche ist das sogenannte „ewige“ Widerrufsrecht für Altdarlehen erloschen. Verbraucher konnten Altdarlehen noch Jahre nach Verstreichen der Widerrufsfrist widerrufen und dadurch viel Geld sparen.

 

Dass diese Option nun für alle Altdarlehen passé ist, ist allerdings nicht der Fall. Für Darlehensverträge, die seit 2010 geschlossen worden sind, kann auch noch heute die Möglichkeit eines späten Widerrufs bestehen.

 

Widerrufsbelehrungen auch nach 2010 fehlerhaft

Vorausgesetzt ist nach wie vor, dass das Kreditinstitut den Verbraucher fehlerhaft über dessen Widerrufsrechte belehrt hat. Wie bereits bei (Immobilien-)Krediten, die zwischen 2002 und 2010 geschlossen wurden, setzt die Widerrufsfrist im Falle einer fehlerhaft erfolgten Belehrung nicht ein. De facto sind die Darlehen von 2010 bis 2016 „ewig“ widerrufbar. Die Kunden sind gegenüber den Banken damit in einer vorteilhaften Position, rechtlich wie wirtschaftlich.

 

Später Widerruf kann erhebliche Ersparnis mit sich bringen

Auf den Widerruf eines Vertrages folgt dessen Rückabwicklung. Das bedeutet, dass sich beide Vertragsparteien wechselseitig alle getätigten Leistungen aus dem Vertragsverhältnis zurückgewähren. Der Kunde muss die Darlehenssumme erstatten, während das Kreditinstitut alle gezahlten Raten und Zinsen in verzinster Form zurückgewähren muss.

 

In diesem Stadium kann der falsch belehrte Verbraucher eine Umschuldung vornehmen. Um das alte Darlehen komplett zurückzahlen zu können, wird ein neuer Kredit aufgenommen. Der Vorteil: Im Vergleich zu den heutigen Konditionen sind Darlehen, die vor wenigen Jahren aufgenommen wurden, wesentlich teurer. Durch das Ablösen des Altkredits durch ein neues Darlehen können diverse Prozentpunkte an Zinsen und bereits gezahlte Gebühren problemlos eingespart werden. Die Kreditlandschaft 2016 ist schließlich von historisch niedrigen Zinsen und verbraucherfreundlichen Bedingungen geprägt. Durch den Widerruf und das Eintauschen eines alten gegen einen neuen, viel günstigeren Kredit konnte in vielen Fällen eine fünfstellige Ersparnis erzielt werden.

 

Hinzu kommt, dass bei einem Widerruf keine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Normalerweise hat der Kunde einen nicht unerheblichen Betrag an die Bank zu entrichten, sollte er sich vom Altkredit (etwa durch Kündigung) lösen wollen. Bei der Nutzung des Widerrufsrechts besteht kein vergleichbarer Anspruch der Bank auf eine Ausgleichszahlung.

 

Das Widerrufsrecht birgt also die Chance auf eine günstige Umschuldung, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen.

 

Verstöße gegen gesetzliches Deutlichkeitsgebot setzten sich fort

Bis 2016 häufen sich fehlerhafte Widerrufsbelehrungen im Rechtsverkehr. Der Gesetzgeber hat im sogenannten gesetzlichen Deutlichkeitsgebot normiert, dass Verbraucher von den Banken vollumfänglich, unmissverständlich und abschließend über die eigenen Widerrufsrechte belehrt werden müssen. Zahlreiche Banken haben noch 2016 Belehrungen verwendet, die diesen Anforderungen nicht gerecht wurden. Häufig war der Fristbeginn für einen juristischen Laien nicht bestimmbar, Rechtsfolgen wurden gar nicht oder nur unpräzise erwähnt und überflüssige und damit unzulässige Zusätze in den Belehrungen traten vermehrt auf.

 

Verbraucher wurden in vielen Fällen eher verwirrt als belehrt. Die Folge ist, dass zahlreiche Darlehensverträge noch heute für Verbraucher widerrufbar sind – zum Nachteil der Bank.

 

Gesetzesänderung betraf nur ältere Darlehen – Werdermann | von Rüden bietet kostenlose Erstberatung!

Zum 1. April dieses Jahres trat eine Gesetzesänderung in Kraft, die das „ewige“ Widerrufsrecht befristete. Seitdem sind Darlehensverträge, die eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthalten, nur noch ein Jahr und 14 Tage widerrufbar. Für Darlehen, die zwischen 2002 und 2010 geschlossen wurden, wurde überdies der 21. Juni 2016 als Stichtag festgesetzt. Dieser Stichtag gilt allerdings nicht für Darlehen, die zwischen 2010 und 2016 geschlossen wurden. Diese sind noch immer widerrufbar!

 

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