Sparkasse muss Kunden Widerrufsrecht gewähren

Sparkasse muss Kunden Widerrufsrecht gewähren
16.06.2016211 Mal gelesen
Kunden der Sparkasse, die einen Verbraucherdarlehensvertrag mit dem Kreditinstitut abgeschlossen haben, können ihre Altkredite noch heute widerrufen! Grund dafür sind fehlerhafte Widerrufsbelehrungen seitens der Sparkasse. Das "ewige" Widerrufsrecht besteht jedoch nur noch bis zum 20.06.2016!

Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen von Sparkassen

Sparkassen wie zum Beispiel die Frankfurter Sparkasse verwendeten jahrelang fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in Verbraucherdarlehensverträgen gegenüber ihren Kunden. Für Verbraucher, also zu privaten Zwecken Handelnden, ergibt sich dadurch die Möglichkeit, ihren Verbraucherdarlehensvertrag auch noch nach Ablauf der 14-tägigen gesetzlichen Widerrufsfrist von Immobiliendarlehensverträgen zu widerrufen. Seit 2002 sind Kreditinstitute wie die Sparkasse dazu verpflichtet ihre Kunden schriftlich und gemäß eines vorgegebenen Musters zu belehren. Allerdings erfüllen etliche Banken in ihren verwendeten Widerrufsbelehrungen nicht den geforderten Anforderungen an eine umfassende und verständliche Verbraucherbelehrung. In diesen Fällen, so entschied der Gesetzgeber, kann der Verbraucherdarlehensvertrag auch Jahre nach Vertragsschluss noch widerrufen werden!

„Ewiges“ Widerrufsrecht ermöglicht hohe Geldersparnis

Das Recht Altkredite zu widerrufen zu können, bringt die Chance auf eine hohe Geldersparnis mit sich. Die Möglichkeit sein Widerrufsrecht auch nach Jahren noch geltend zu machen wird auch als „ewiges“ Widerrufsrecht oder „Widerrufsjoker“ bezeichnet. Um dieses „ewige“ Widerrufsrecht auch wirklich nutzen zu können müssen wenige Voraussetzungen erfüllt sein. Es muss sich zum einen um einen Verbraucherdarlehensvertrag handeln. Das heißt, der Kreditvertrag muss überwiegend zu privaten Zwecken abgeschlossen worden sein. Außerdem muss der Abschluss des Kreditvertrages nach dem 01. November 2002 erfolgt sein. Als letzte Voraussetzung muss die Widerrufsbelehrung tatsächlich im juristischen Sinne fehlerhaft sein.

Sofern diese Voraussetzungen vorliegen, können Sie ihren Altkredit widerrufen! Anders als bei einer vorzeitigen Kündigung entfällt dann eine Vorfälligkeitsentschädigung an das Kreditinstitut. Dadurch lässt sich ein teurer Immobiliendarlehensvertrag günstig aus der Welt schaffen und Sie können einen neuen Darlehensvertrag zu weitaus günstigeren Konditionen abschließen

Sparkasse missachtet gesetzliche Vorgaben für Widerrufsbelehrungen

Die Frankfurter Sparkasse hat in vielfacher Hinsicht gegen das gesetzlich vorgegebene Muster der Widerrufsbelehrungen verstoßen. So ist bspw. der Zusatz über finanzierte Geschäfte nicht einmal der Vertragsart angepasst und entspricht nicht den Gestaltungshinweisen des zur Zeit des Vertragsschlusses geltenden Musters. Die gewählte Formulierung führt leicht dazu, dass der Verbraucher bei der Rechtsfindung vollends durcheinander gerät. Die abgefasste Widerrufsbelehrung enthält darüber hinaus noch weitere überflüssige Zusätze, die einen Verbraucher verwirren können und die Widerrufsbelehrung dadurch fehlerhaft machen. Des Weiteren entspricht die erteilte Widerrufsbelehrung der Sparkasse schon deshalb nicht dem Muster, da die Überschriften mit unzulässigen Hinweisen ergänzt wurden und auch dies für den Verbraucher leicht misszuverstehen ist. Die dem Darlehensvertrag beiliegende Widerrufsbelehrung informiert den Darlehensnehmer zudem nicht richtig und umfassend genug. Der Bundesgerichtshof hat bereits mehrfach entschieden, dass die von der Sparkasse verwendete Formulierung zum Fristbeginn der Widerrufsfrist schlichtweg unzureichend ist. Unter der Überschrift der Widerrufsfolgen wird der Darlehensnehmer außerdem nur einseitig über die Erstattung von Zahlungen belehrt, obwohl es für den Verbraucher von enormer Wichtigkeit ist, dass auch die Bank einer Rückzahlungsfrist unterworfen ist. Der Verbraucher bleibt also bzgl. der Rückzahlungsfrist der Bank im Unklaren. All dies führt zu einer völlig unzureichenden Belehrung über die Widerrufsrechte des Darlehensnehmers und macht die Widerrufsbelehrungen der Sparkasse Frankfurt fehlerhaft.

Nur noch wenige Tage „ewiges“ Widerrufsrecht für Verbraucher

Das „ewige“ Widerrufsrecht ist jedoch nur noch bis einschließlich dem 20. Juni 2016 wie bisher durchführbar. Grund dafür ist ein im Januar beschlossener Gesetzentwurf der Bundesregierung, der am 01. April 2016 in Kraft getreten ist. Diese Gesetzesneuerung sieht für Verbrauchdarlehensverträge die Einführung einer absoluten Widerrufsfrist vor. Mithin steht Verbrauchern auch bei fehlerhaft erfolgten Widerrufsbelehrungen kein „ewiges“ Widerrufsrecht mehr zu. Vielmehr wurde es auf ein Jahr und 14 Tage begrenzt. Betroffene Verbraucher haben also nur noch bis zum 20. Juni 2016 die Möglichkeit ihr Widerrufsrecht für in der Vergangenheit geschlossene Verbrauchdarlehensverträge geltend zu machen. Ein zügiges Handeln um die finanziellen Vorteile des „Widerrufsjokers“ auszunutzen ist mehr als ratsam.

Kostenlose Erstprüfung Ihrer Vertragsunterlagen der Sparkasse durch Werdermann I von Rüden

Auch wenn Banken versuchen sich gegen Widerrufserklärungen zu wehren, sollten Sie nicht zurückschrecken, Ihre Rechte auszuüben. Mit Hilfe der bundesweit tätigen Rechtsanwälte der Kanzlei Werdermann I von Rüden können Sie Ihre Erfolgsaussichten einschätzen und gegenüber der Frankfurter Sparkasse vorbereitet auftreten. Bereits seit Jahren ist die Kanzlei bundesweit im Bankenrecht tätig und somit sehr erfahren darin, Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte zu unterstützen. Als besonderen Service bietet Werdermann I von Rüden eine kostenlose Erstprüfung von Vertragsunterlagen auf Widerrufbarkeit.


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