Fachanwalt Dr. Gansel im RBB zum Widerruf des Immobilienkredits

10.06.2016264 Mal gelesen
Berlin, den 10. Juni 2016. In Berlin und Brandenburg wurde in den letzten Jahren viel gebaut. Und wo viel gebaut wird, werden auch viele Kredite vergeben. Während sich gegenwärtig Bauherren und Baufrauen über die niedrigen Zinsen freuen, ärgern sich alle, die mit hohen Zinsen aus alten Verträgen belastet sind. Doch es gibt eine Lösung. Der RBB wollte „es“ für seine Zuschauer wissen und lud deshalb vorgestern Dr. Gansel in seine Sendung ZIBB (RBB) zum Thema „Immobilienkredit widerrufen - lohnt sich das?“ ein.

Zum Beitrag:  http://www.rbb-online.de/zibb/service/recht/service-kredit.html

Worum geht es?
Um viel Geld für jeden, der zinsgünstig umschulden oder sich seine bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückholen kann.

Wie geht es?
Viele Banken und Sparkassen haben ihre Kunden bei Abschluss des Darlehensvertrages nicht ordnungsgemäß über deren Widerrufsrecht belehrt. Die Folge: Bei diesen Verträgen hat die Widerrufsfrist noch nicht zu laufen begonnen, so dass sie heute noch widerrufen werden können.

Wie lange geht das noch?
Der Gesetzgeber hat dieses sog. ewige Widerrufsrecht für Altverträge bis zum 21. Juni 2016 befristet. Es ist also Eile geboten, um seine Widerrufsbelehrung auf Fehler und damit seinen Vertrag auf Widerrufbarkeit prüfen zu lassen.

Hier die wichtigsten Infos & Tipps:

Wer sollte seinen Vertrag prüfen lassen?
Alle Verbraucher, die nach Oktober 2002 eine private Baufinanzierung bei einer Bank oder Sparkasse abgeschlossen haben. Aber auch Kredite bei Pensionskassen und Versorgungswerken sowie Forward-Darlehen bei Versicherungen können fehlerhafte Widerrufsbelehrungen aufweisen. Dabei ist es egal, ob die Verträge schon beendet sind oder noch laufen. Verbraucher sind auch die Vermieter von Eigentumswohnungen, Ferienwohnungen oder Mehrfamilienhäusern, auch dann, wenn sie den Kreditvertrag als Ehegatten, als Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder Erbengemeinschaft geschlossen haben.

Um welche Fehler geht es?
Die Widerrufsbelehrungen weisen eine Unzahl von Fehlern in Inhalt und Gestaltung auf. Genannt seien 5 typische Fehler:
1. Unklarer Fristbeginn.
2. Widerrufsfolgen sind unvollständig oder fehlen komplett.
3. Es sind keine Fernabsatzbelehrungen vorhanden.
4. Die Pflichtangaben der Widerrufsbelehrung fehlen.
5. Es wurde gegen das Deutlichkeitsgebot verstoßen.
Viele Kreditinstitute haben ihre Widerrufsbelehrung nicht ausreichend kenntlich gemacht, sie nicht vom übrigen Vertragstext optisch abgehoben.
  

Welche Vorteile kann der Widerruf bieten?
1. zinsgünstige Umschuldung
2. Forward-Darlehen muss nicht abgenommen werden
3. Immobilienverkauf wird möglich
4. Vorfälligkeitsentschädigung kann zurückgefordert werden

Wie widerrufe ich?
Ein Brief, ein Fax oder eine E-Mail an das Kreditinstitut unter Nennung der Darlehensnummer und der Erklärung, dass der Kreditvertrag widerrufen wird, reicht aus.

Sollte ich das selber tun oder besser anwaltliche Hilfe suchen?
Wer ambitioniert ist, kann in seinem Vertrag nach Fehlern suchen und widerrufen. Anleitung dazu findet man im Internet. Doch abgesehen davon, ob die Bank den Fehlerfund von einem Nichtjuristen akzeptiert, birgt der Widerruf auch Risiken. Deshalb der Rat: Spätestens nach der Fehlersuche – Anwaltssuche. Mit einem Anwalt kann man ohne Risiko widerrufen. Den Widerruf risikolos und erfolgreich durchzusetzen gelingt am ehesten aber mit einem erfahrenen Fachanwalt.

Was ist wenn das Kreditinstitut der Vertragsauflösung zustimmt?
Dann muss bei einem laufenden Darlehen die Restschuld beglichen werden, wenn das eigene Kreditinstitut kein Angebot zur Umschuldung macht. Deshalb ist es wichtig, dass vor dem Widerruf zur eigenen Sicherheit ein Ersatzkreditgeber zur Verfügung steht. Erfahrungsgemäß ist das kein Problem.

Wie groß ist das Kostenrisiko?
Entscheidungen zu Ungunsten der Darlehensnehmer sind selten. Wenn es darum geht, einen Widerruf gerichtlich durchzusetzen, dann beraten wir unsere Mandanten über die Kosten und Erfolgsaussichten ausführlich. Aufgrund unserer großen Erfahrung wissen wir recht genau, was passieren wird und geben eine entsprechende Empfehlung. Das Risiko ist also immer konkret. Außerdem gibt es Rechtsschutzversicherungen und Prozesskostenfinanzierer.

Kann eine Rechtsschutzversicherung helfen?
Wer über eine Rechtsschutzversicherung verfügt, die die Kosten übernimmt, ist gut dran. Meist reicht das schon aus, um eine Klage zu vermeiden, weil das Kreditinstitut weiß, er kann sich das Verfahren leisten.

Unverbindliche und kostenlose Anfrage – verbindliche und geldwerte Antwort

Ansprechpartner:
Dr. Timo Gansel
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: [email protected]