Scala-Sparer: Zinsnachzahlung von der Sparkasse Ulm fordern

12.08.2015179 Mal gelesen
Das Ulmer Landgericht (LG) hat jüngst in mehreren Verfahren den Kunden der Sparkasse Ulm mit Scala-Sparverträgen einen Anspruch auf Neuberechnung ihrer Zinsen zugesprochen. Es ist davon auszugehen, dass die Sparkasse zu wenig Zinsen an ihre Sparer bezahlt hat, sodass sie Nachzahlungen fordern können.

Gute alte Sparverträge
Die Scala-Verträge aus den Jahren zwischen 1993 und 2005 haben eine Laufzeit bis zu 25 Jahren. Die monatliche Sparrate konnte auf bis zu 2.500 Euro erhöht werden, zudem profitieren die Sparer bei diesen Verträgen von Bonuszinsen bis zu 3,5 %. Was die Sparer heute freut, grämt die Sparkasse. Denn angesichts der gegenwärtig niedrigen Zinsen belasten solche Verträge das Bankgeschäft. Doch das ist nicht die „Schuld“ der Sparer, sondern die Sparkasse hat ihr Risiko bei dieser langen Laufzeit falsch eingeschätzt.

Kündigung nicht erlaubt
Um diesen Fehler wieder gutzumachen ist die Sparkasse Ulm seit geraumer Zeit bemüht, ihre Sparer zur Beendigung dieser Verträge zu bewegen. Wer dazu nicht bereit ist, dem droht die Kündigung - ein ungewöhnlicher Vorgang angesichts des alten Rechtsgrundsatzes „Verträge sind einzuhalten“. Kaum überraschend hat deshalb das LG Ulm bereits im Januar dieses Jahres festgestellt, dass die Sparkasse die Scala-Verträge nicht kündigen darf.

Zinsen richtig berechnen
Das LG Ulm hatte nun zu entscheiden, ob der variable Grundzins bei den Scala-Verträgen in einem absoluten oder relativen Verhältnis mit einem Bezugszins gekoppelt sein muss. Die Sparer gehen von einem relativen Bezug aus, weil die Zinsen sonst negativ ausfallen könnten. Dieser Auffassung folgte das Gericht. Deshalb muss die Sparkasse die Grundverzinsung der Scala-Sparverträge neu berechnen.

Nachzahlungen nach Neuberechnungen
Neuberechnung bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit Nachzahlung. Und diese dürfte in vielen Fällen vierstellige Beträge ausmachen. Ein Scala-Durchschnittssparer kann so mit einem Anspruch von 2.000 bis 4.000 € Zinsnachzahlung rechnen.

Unsere Empfehlungen
1. Den Scala-Sparvertrag weder selbst kündigen noch einem sog. Alternativangebot zustimmen.
2. Wer zu einer Beendigung bzw. Umstellung seines lukrativen Vertrages durch die Sparkasse genötigt wurde, der sollte eine Rückführung des Vertrages anstreben.
3. Wer seinen alten Vertrag nicht wiederhaben möchte und dem zu geringe Zinsen gezahlt wurden, der sollte sie jetzt nachfordern.

Unser Angebot – Kostenfreie Prüfung Ihrer Ansprüche!
Wir prüfen für Sie kostenfrei, welche Ansprüche Sie haben und wie hoch die Erfolgsaussichten ihrer Durchsetzung sind. Sie entscheiden dann, ob Sie uns mandatieren wollen. Wir berechnen dann auch für Sie, was Ihnen zusteht.

Hinweis: Unser Angebot gilt auch für Sparer anderer Sparkassen, die über Ratensparpläne mit Bonuszins verfügen!


Ihr Ansprechpartner:
Dr. Timo Gansel
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
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