Kreditnehmer haben oft Probleme mit falschen Schufa-Einträgen. Was kann man tun?

10.05.2015203 Mal gelesen
Liegt bei der Schufa ein falscher Eintrag oder veralteter Eintrag über den Verbraucher vor, oder ein Eintrag der wegen Fristablaufs hätte entfernt werden müssen, dann haben Sie einen Anspruch auf Löschung dieses Eintrages. Das geht schriftlich oder mit einem Fachanwalt für Bank- u. Kapitalmarktrecht

Kreditnehmer und Probleme mit falschen Schufa-Einträgen

Falsche oder veraltete Schufa-Einträge können ein großes Ärgernis für Kreditkunden sein . Oft ergeben sich die Probleme mit solchen Einträgen erst, wenn man versucht einen neuen Kredit zu bekommen. Dann wird die eigene Bonität und Zahlungszuverlässigkeit durch ein Kreditinstitut überprüft.  In vielen Fällen erfährt der Kreditkunde erst in diesem Zusammenhang, dass bei der Schufa überhaupt ein negativer Eintrag über die eigene Person vorliegt.

Was kann man tun?

Die Schufa

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, ist keine Behörde, sondern ein privatrechtliches Unternehmen. Die Schufa sammelt Informationen über Verbraucher, die ihr von ihren Mitgliedern und Kunden angetragen werden. Der Kundenkreis der Schufa reicht von Banken, Sparkassen,  Volksbanken  und Versicherungen über Versandhandelsunternehmen, bis hin zu Telekommunikationsunternehmen.

Die Daten, die bei der Schufa gesammelt und von deren Kunden abgerufen werden können, sind in der Regel Informationen über vorhandene Konten einer Person, frühere und derzeit bestehende Verbindlichkeiten und deren vertrags-gerechte Rückzahlung, sowie Informationen aus den Schuldnerverzeichnissen Dort sind z.B. Daten über Bankkonten, Mobilfunkkonten, Kreditkarten, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte und über Kredite und Bürgschaften sowie Laufzeit der Kredite.

Gespeichert werden Zahlungsstörungen oder Kündigungen. Ebenso ob eine Kreditkarte eingezogen oder ein Konto von der Bank, Sparkasse oder Volksbank  gekündigt worden ist. Schließlich finden sich die Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung (EV) oder das Vorliegen eines Haftbefehls zur Erzwingung der Eidesstattlichen Versicherung ebenfalls dort. Zu die besonders gravierenden Dinge, wie die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens oder des Regelinsolvenzverfahrens, die Abweisung eines solchen Verfahrens mangels Masse.

Die gesammelten Daten werden von den Schufa-Kunden genutzt, um sich ein Bild über die Bonität und damit Kreditwürdigkeit einer Person zu machen. Dabei spielt das Zahlungsverhalten einer Person ebenfalls eine gewichtige Rolle.

Positive oder negative Schufa-Einträge sind daher in vielen Fällen die Grundlage dafür, ob ein Verbraucher einen Kredit-, Leasing- oder Mobilfunkvertrag bekommt, oder nicht.

Meist weiß der Verbraucher und mögliche Kreditkunde nicht genau welche Daten bei der Schufa über ihn vorhanden sind. Leider interessiert es viele auch nicht.  Zur Beschäftigung mit den Einträgen kommt es erst, wenn ein gewünschter Kredit oder Finanzierungskauf abgelehnt wird.

Welche Daten die Schufa über die Verbraucher gespeichert hat, können die Verbruacher im Rahmen der Schufa-Selbstauskunft in Erfahrung bringen.

Als gewinnorientiertes Unternehmen bietet die Schufa für Privatpersonen eine kostenpflichtige Selbstauskunft an. Diese müssen Sie nicht in Anspruch nehmen!

Verbraucher haben gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz einen Anspruch darauf, einmal im Jahr eine kostenlose und vollumfängliche Schufa-Auskunft über Ihre Person zu erhalten. Das geht mit einer einfachen Anfrage.

Richtschnur für das Verhalten der Kreditinstitute und anderer Geldgeber und Leistungserbringer ist der Scoringwert einer Person. Der Wahrscheinlichkeitswert ist ein in Prozent ausgedrückter Wert, der Aufschluss über Ihre Kreditwürdigkeit geben soll. Der Scoringwert soll eine Prognose über Ihr zukünftiges Verhalten liefern und den Schufa-Kunden so eine bessere Beurteilungsbasis für deren Entscheidung liefern. Je geringer Ihr Scoringwert ist, desto geringer wird Ihre Bonität eingeschätzt.

Der Scoringwert wird aus bereits gesammelten Daten errechnet, wobei sich die Daten nicht nur auf Ihre Person beziehen, sondern eine Vielzahl von Personen. Sie werden in einer Vergleichsgruppe bewertet, ähnlich wie bei der Berechnung einer KFZ-Haftpflichtversicherung.

Es besteht die Möglichkeit, der Schufa die Weitergabe dieses Wahrscheinlich- keits wertes zu untersagen, davon raten Fachanwälte für Bank- und Kapital-marktrecht ab. da in der Praxis ein Kreditantrag ohne Scoringwert wenig Erfolgsaussichten haben dürfte. (im Einzellfall kann die Weitergabe untersagt werden vgl. Amtsgericht Hamburg AZ: 9 C 168/01)

In vielen Fällen wird in den AGB des Kreditgebers bei der Kreditantragsstellung eine sog. Schufa-Klausel enthalten sein. In dieser akzeptieren Verbraucher dann die Weitergabe Ihrer Daten an die Schufa.

Verbraucher müssen dieser Klausel nicht zustimmen. Verweigern Sie jedoch ihre Zustimmung, etwa durch Streichung der entsprechenden Klausel, kann dies zu einem negativen Ergebnis führen. In der Praxis läuft man dann oftmals Gefahr die begehrte Leistung (Handyvertrag, Verbraucherdarlehensvertrag, etc.) nicht oder nur eingeschränkt zu erhalten.

Die von der Schufa gesammelten Daten werden in regelmäßigen Abständen gelöscht. Die Fristen für die Löschung der Daten richten sich u. a. nach dem Bundesdatenschutzgesetz, allerdings hat sich die Schufa selbst dazu verpflichtet, einige Daten bereits nach kürzeren, als den gesetzlich zugelassenen Höchstfristen, zu löschen.

Die Daten werden in der Regel wie folgt gelöscht:

  • Giro- und Kreditkartenkonten,  sofort nach Kontoauflösung
  • Bürgschaften sofort, wenn die Hauptschuld (Kredit) beglichen ist
  • Angaben über Anfragen (z.B. über eine Girokontoeröffnung) nach 12 Monaten
  • Informationen zu Krediten, drei Jahre nach der vollständigen Rückzahlung
  • nicht vertragsgemäß abgewickelte Geschäfte, drei Jahre nach Erledigung
  • Insolvenzverfahren, drei Jahre nach Abschluss
  • Informationen aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte nach drei Jahren,

Liegt nun bei der Schufa ein falscher Eintrag oder veralteter Eintrag über den Verbraucher vor, oder ein Eintrag der wegen Fristablaufs bereits hätte entfernt werden müssen, dann haben Sie einen Anspruch auf Löschung dieses Ein- trages. Der Anspruch besteht auch dann, soweit ein Eintrag vorliegt, der nachweislich nicht den Tatsachen entspricht.

Neben dem Anspruch auf Löschung des falschen oder veralteten Eintrages, können Ansprüche auf Schadenersatz bestehen, falls dem Verbraucher durch die falsch eingetragene Tatsache ein Nachteil entstanden ist. Auch ein Anspruch wegen Kreditgefährdung kommt in Betracht.

Die Informationen zur Schufa und dem Problem falscher oder veralteter Einträge, kann eine im Einzelfall erforderliche Rechtsberatung nicht ersetzen. Sollten Sie daher bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche Hilfe benötigen, wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.