Mezzanine-Darlehen - was Anleihekunden davon wissen sollten

31.10.2014277 Mal gelesen
Mezzanine-Darlehen - was Anleihekunden davon wissen sollten. In letzter Zeit werden immer mehr Mittelstandsanleihen ausgereicht. Die hohen Zinsen locken - aber was steht wirklich dahinter?

Mezzanine-Darlehen

Das Mezzanine-Darlehen ist Mischform aus Eigenkapital und Fremdkapital mit Vor- und Nachteilen. 

Eigentlich kommt der Begriff Mezzanine aus der Architektur und bezeichnet ein Zwischengeschoss. Doch auch in der Finanzwelt kennt man den Ausdruck Mezzanine, vor allem im Zusammenhang mit Mezzanine-Darlehen.

Unter einem Mezzanine-Darlehen versteht man ein Darlehen, das ein Unternehmen aufnehmen kann und das in der Bilanz des Unternehmens als Mischform zwischen Eigenkapitel und Fremdkapital ausgewiesen wird. Darum wird ein Mezzanine-Darlehen als eine Form der hybriden Finanzierungsform bezeichnet. Das bedeutet, dass ein Mezzanine-Darlehen keine eigene Form der Finanzierung ist, sondern sich aus bekannten Finanzierungsformen zusammensetzt.

Je nachdem, in welcher Form ein Mezzanine-Darlehen aufgenommen wird, wird das erhaltene Kapital entweder dem Eigenkapital oder dem Fremdkapital in der Bilanz des Unternehmens zugeordnet. Dies hat vor allem Auswirkungen auf die Ansprüche der Gläubiger im Falle der Insolvenz des Unternehmens.

Wird das Mezzanine-Darlehen aufgrund seiner Gestaltung dem Eigenkapital des Unternehmens zugeordnet, werden im Falle einer Insolvenz die Mezzanine-Gläubiger erst dann bedient, wenn die Forderungen anderer Gläubiger erfüllt sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Nachrangigkeit des Mezzanine-Darlehens. Wird das Mezzanine-Darlehen dagegen dem Fremdkapital zugeschrieben, erhalten die Kreditgeber im Falle einer Insolvenz zuerst ihr Geld zurück und man spricht von Vorrangigkeit.

Für ein Mezzanine-Darlehen müssen in der Regel keine Sicherheiten oder Bürgschaften gestellt werden. Überlicherweise hat ein Mezzanine-Darlehen immer eine relativ lange Laufzeit. Diese liegt meist zwischen fünf und zehn Jahren. Diese Laufzeit ist dadurch begründet, dass die Darlehensgeber durch die Vergabe des Mezzanine-Darlehens auf eine Wertsteigerung des Unternehmens hoffen, die nicht in  kurzer Zeit erreicht werden kann. Allerdings hat der Darlehensgeber eines Mezzanine-Darlehens - anders als zum Beispiel ein Aktionär -  kein Stimmrecht und nimmt keine Gesellschafterstellung in dem Unternehmen ein. Ein Mezzanine-Darlehen wird regelmäßig verzinst und das Unternehmen kann diese Zinsen als Betriebsaufwand steuerlich verbuchen.

Anleger sollten sich vor der Unterschrift unter ein Mezzanine-Darlehen durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen.