Lässt sich ein Forward-Darlehen kündigen? Was ist bei der Kündigung zu beachten?

Lässt sich ein Forward-Darlehen kündigen? Was ist bei der Kündigung zu beachten?
15.09.20141364 Mal gelesen
Lässt sich ein Forward-Darlehen kündigen? Was ist bei der Kündigung zu beachten? Verträge sind einzuhalten, so ein Grundsatz des BGB. Aber es gibt Ausnahmen! Wegen der Komplexität des Forward-Darlehens sollte der Immobilienkreditkunde einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hinzuziehen.

Lässt sich ein Forward-Darlehen kündigen? Was ist bei der Kündigung zu beachten? 

Kreditkunden mit Forward-Darlehen stellen sich diese Frage, denn sie wollten vor steigenden Zinsen gewappnet sein. Stattdessen fielen die Zinsen für Immobilienkredite. Wie kommt man aus einem Forward-Darlehen raus? Ist die Kündigung möglich?

Mit einem Forward-Darlehen lassen sich Zinsen, Monatsraten und sonstige Konditionen bis zu fünf Jahre im Voraus verbindlich festlegen.

Der Zinssatz des Forward-Darlehen ist einige Zehntel Prozentpunkte höher als für Immobilien-Darlehen, die sofort ausgezahlt werden.

Es handelt sich um eine Art Wette auf die Zinsentwicklung. Wie bei jeder Wette kann der Kreditkunde gewinnen aber auch verlieren. Das passiert dann, wenn die Zinsen nicht steigen sondern sinken.

Kreditkunden, die auf einem relativ teureren Forward-Darlehensvertrag sitzen, verzichten oft auf die festgeschriebene Finanzierung. ABER: Die Kreditkunden sind an die vereinbarten Konditionen gebunden. Wer das Forward-Darlehen nicht abruft, muss eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen. Die Auswirkungen für den Kreditkunden sind dann so ähnlich wie bei einem laufenden Immobilienkredit, der gekündigt wird.

Damit soll der Kreditkunde für den entgangenen Gewinn des Kreditinstituts aufkommen. Dazu kommt ein Zinsschaden, falls das Institut das Geld nach einem Zinsrückgang nicht mehr zum vereinbarten Zinssatz verleihen kann.

Es kommt sehr auf den jeweiligen Forwarddarlehn-Vertrag an. Sind Kündigungs- und Sondertilgungsrechte vereinbart, wäre das bei der Entschädigung zugunsten des Kunden zu berücksichtigen. Solche Optionen im Kreditvertrag kosten aber oft weitere Zinsaufschläge.

Eine Möglichkeit, ohne Schaden aus dem Forward-Darlehen herauszukommen, wäre der Fall, in dem das Bankinstitut selbst das Immobiliendarlehen nicht auszahlen will und den Vertrag selbst kündigt.

Mitunter behalten sich die Banken bei Forward-Darlehen vor, einige Monate vor der vereinbarten Auszahlung die Bonität erneut zu prüfen und gegebenenfalls den Kredit noch abzulehnen. Damit wollen die Kreditinstitute zum Beispiel darauf reagieren können, wenn der Kunde z.B. seinen Job verloren hat, einen Scheidung bevorsteht usw. 

Wegen der Komplexheit des Forwarddarlehens sollte der Immobilienkreditkunde einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hinzuziehen. 

Zum Schluss noch der Rat: Prüfen Sie immer den "Widerrufsjoker" in den Kreditverträgen. Er kann sich als sehr segensreich entwickeln.