Ausstieg aus teuren Immobiliendarlehen vielfach möglich

Ausstieg aus teuren Immobiliendarlehen vielfach möglich
09.08.2014265 Mal gelesen
Ausstieg aus teuren Immobiliendarlehen vielfach möglich. Dreh- und Angelpunkt der Prüfung im konkreten Fall ist, ob die jeweils erteilte Widerrufsbelehrung ordnungsgemäß ist. Bei kleinster Abweichung von der Musterbelehrung kann ein Gericht diese als fehlerhaft einstufen. Widerrufsjoker ist möglich!

Ausstieg aus teuren Darlehen vielfach möglich

Die Zinsen für Darlehen befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Dies ist für diejenigen ärgerlich, die vor nicht allzu langer Zeit einen Darlehensvertrag zu einem deutlich höheren Zinssatz abgeschlossen haben. Doch ein vorzeitiger Ausstieg ist unter bestimmten Bedingungen möglich.

Dreh- und Angelpunkt der Prüfung im konkreten Fall ist, ob die jeweils erteilte Widerrufsbelehrung ordnungsgemäß ist. Schon bei kleinster Abweichung von der Musterbelehrung kann ein Gericht diese als fehlerhaft einstufen mit der Folge, dass noch heute widerrufen werden kann.

Gerade bei einer Baufinanzierung kann sich die Prüfung daher lohnen, ob nicht ein vorzeitiger Ausstieg aus dem teuren Darlehensvertrag möglich ist - sogar  ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Eine solche Möglichkeit besteht dann, wenn die Widerrufsbelehrung, die anlässlich des Abschlusses des Darlehensvertrages erteilt wurde, fehlerhaft ist.

Widerrufsrecht für fast alle von Verbrauchern abgeschlossene Darlehensverträge

Seit dem 1. August 2002 sieht das Gesetz ein Widerrufsrecht für fast alle von Verbrauchern abgeschlossene Darlehensverträge vor. Ein Verbraucherdarlehen ist dann gegeben, wenn die Aufnahme des Kredites privaten Zwecken dient.

So ist beispielsweise auch ein Rechtsanwalt Verbraucher, der nicht für seine selbstständige berufliche Tätigkeit sondern zum Zweck einer privaten Immobilienfinanzierung ein Darlehen aufgenommen hat.

Ein Widerrufsrecht kann aber auch aus anderen Gründen bestehen, insbesondere wenn der Darlehensvertrag in den eigenen Wohnräumen oder am Arbeitsplatz abgeschlossen wurde. Gleiches gilt, wenn der Vertrag im Wege des Fernabsatzes, also über Telefon, Telefax, Post oder Email abgeschlossen wurde.

Darlehensnehmer sollten sich durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen.