Zinsanpassungsklauseln bei variablen Krediten und Immobilienkrediten

Zinsanpassungsklauseln bei variablen Krediten und Immobilienkrediten
03.08.20141343 Mal gelesen
Zinsanpassungsklauseln bei variablen Krediten und Immobilienkrediten. Viele Bankkunden haben gedacht, dass der Kreditzins deutlich sink! Jedoch ist dies bei vielen Bankinstituten ausgeblieben. Das Nachfragen lohnt sich jedoch . Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht haben gute Erfolge!

Zinsanpassungsklauseln bei variablen Krediten - viele Bankkunden haben sich in Zeiten von fallenden Zinsen bei den Darlehen einen variablen Zinssatz vereinbart. Da sich seit 2008 der Zinssatz deutlich nach unten entwickelt hat, war zu erwarten, dass die Bank anpasst - leider nein! Was tun?

Zinsanpassungsklausel

Viele Bankkunden schließen mit der Bank oder Sparkasse einen Kredit mit variablem Zinssatz. Sie hoffen darauf, dass in Zeiten sinkender Zinsen sie ebenso an den sinkenden Zinsen teilhaben. 

Es wird zunächst ein bestimmter Referenzzinssatz festgeschrieben. Kommt es dann zu Änderungen, hat die Bank oder Sparkasse zu prüfen, ob diese für den Vertrag erheblich sind. Diese Veränderungen werden auch im Kreditvertrag nach bestimmten Anknüpfungspunkten definiert. Häufig ist es der Euribor Dreimonatsgeld. . 

Wenn dieser sich um einen bestimmten Satz verändert, dann muss die Bank oder Sparkasse den Zins anpassen. Sie teilt die Zinsanpassung der Kunden mit. 

Bei vielen Kunden kommt es jedoch bei den deutlichen Anpassungen der Zinssätze zu der Vermutung, dass die Bank oder Sparkasse nicht ordnungsgemäß angepasst hat.  

Der Kunde hat dann nur die Möglichkeit eine Nachrechnung des Zinsverlaufs anzustellen oder einen Kreditsachverständigen einzuschalten. 

Dies wird dann häufig nicht durchgeführt, weil der Kunde der Meinung ist, dass die Bank oder Sparkasse die Anpassung ordnungsgemäß vornimmt. Dies ist jedoch ein Irrglaube. 

Wer sich für die variable Verzinsung seines Kredites entscheidet, nimmt an den Chancen und Risiken des Marktes teil – soweit die Theorie. In der Praxis aber senken Banken variable Zinsen tendenziell zu langsam und erhöhen diese schnell, wenn das Zinsniveau steigt. So trägt der Kreditnehmer zuviel vom Marktrisiko. Kreditnehmer wundern sich derzeit besonders dann über Zinserhöhungen, wenn das fallende Zinsniveau der letzten Jahre oft zu wenig, zu langsam oder gar nicht an sie weitergeben wurde. 

Den Modus der Zinsanpassung regelt die Zinsanpassungsklausel im Kredit-vertrag. Viele davon sind aber unzureichend genau definiert. Anpassungsregeln nach ?Gutsherrenart’, wie bspw. die Formulierung: „die Bank kann die Zinsen anheben, wenn dies das Marktgeschehen erfordert“, sind unzureichend. Die Anpassung richtet sich dann nach der von der Rechtssprechung entwickelten Konkretisierung, d.h. nach Maßgaben von Entscheidungen des LG Köln oder des OLG Celle.


Referenzzinssatz: EURIBOR, Dreimonatsgeld, Variabler Hypothekenzins

Anpassungsintervall: Quartalsweise, Quartalsweise, (i.S.v. drei Monaten)

Anpassungsmarge: 0,3 Prozentpunkte, mehr als 0,2 Prozentpunkte

Verändert sich der Referenzzinssatz im Vergleich zur letzten Anpassung um die Größe der Anpassungsmarge (0,2 bzw.0,3 Prozentpunkte), so ist eine Zinsanpassung obligatorisch. Auch Darlehen, die nach dem Auslaufen der Zinsbindung variabel weiter geführt wurden und über keine exakte Zinsanpassungsregelung verfügen, sind grundsätzlich so zu behandeln. Doch selbst eine korrekte Zinsanpassungsklausel garantiert keine richtige Zinsanpassung.

Referenzzins als Vergleichskriterium

Ob ein Darlehen richtig angepasst wurde, kann anhand des Referenzzinses beurteilt werden. Wichtig ist zu verstehen, dass bei einer korrekten Zinsan-passung der zu zahlende Nominalzins parallel zum Referenzzins verlaufen muss. Die anfängliche Relation von Nominalzins- und Referenzzinssatz bleibt, mit leichten Zeitverzögerungen und geringen Varianzen, immer gleich.