„Weg mit dem teuren Baukredit“ – Gansel Rechtsanwälte dazu in der Süddeutschen Zeitung

12.03.2014474 Mal gelesen
Berlin, den 12. März 2014. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe unter der Überschrift „Weg mit dem teuren Baukredit“ darüber, wie Darlehensnehmer ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zinsgünstig umschulden können. Dr. Timo Gansel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, gibt der Zeitung Auskunft über die Voraussetzungen des Kreditwiderrufs und den Weg zur Ersparnis.

Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen – Chance für Darlehnsnehmer
Immobilienbesitzer können ihre vor Jahren geschlossenen Darlehnsverträge heute noch widerrufen, obwohl die in den Verträgen vermerkte Widerrufsfrist längst abgelaufen ist, wenn ihre Bank und Sparkasse sie nicht ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht belehrt hat. „Das Widerrufsrecht verjährt nicht“, betont Gansel. 

Die Chance für die Darlehnsnehmer besteht beim Widerruf darin, dass dabei keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt, die ansonsten für die vorzeitige Beendigung des Darlehens vom Kreditinstitut gefordert wird.

Viele Fehler bei vielen Kreditinstituten
Die Hamburger Verbraucherzentrale berichtet, dass ca. zwei Drittel der Widerrufsbelehrungen falsch sind; die Kanzlei Gansel Rechtsanwälte  kommt bei den ab dem 2. November 2002 geschlossenen Verträgen auf eine noch höhere Quote: „Wir halten sogar bis zu 98% aller Widerrufsbelehrungen für fehlerhaft.“ Aber nicht nur die Zahl der betroffenen Banken und Sparkassen ist überraschend hoch, sondern auch die ihrer Fehler. „Wir haben bereits über 400 verschiedene Fehler entdeckt, die Juristen zum Teil sogar in Kombination unterlaufen sind“, berichtet Gansel. Weiter sagt er: Formale und inhaltliche Fehler sind "dann ein richtig guter Hebel, um mit der Bank über bessere Konditionen zu verhandeln ...“

Erfolgreicher Widerruf mit Fachanwalt
Möchte der Darlehnsnehmer seinen Vertrag widerrufen, steht er vor zwei Schwierigkeiten: Zum einen muss er zunächst widerrufsrelevante Fehler erkennen und zum anderen dann sein Widerrufsrecht gegenüber seinem Kreditinstitut auch durchsetzen. Damit ist er erfahrungsgemäß meist überfordert. „Ohne Anwalt geht praktisch gar nichts“, betont die Hamburger Verbraucherzentrale. „Selbst mit einem Fachanwalt an der Seite kriegt man nicht alles kampflos durch“, weiß auch Gansel. Doch die Erfolgsaussichten, vor allem auf eine außergerichtliche Einigung, sind für die Darlehnsnehmer dennoch sehr gut.

Widerrufen und Sparen
Grundsätzlich muss der Darlehensnehmer nach dem erfolgreichen Widerruf das Darlehen vollständig zurückzahlen. Meist ist er aber gehalten, eine neue und nunmehr günstigere Finanzierung vorzunehmen. „Aber eine komplette Rückabwicklung will eigentlich kaum einer“, berichtet Gansel. Die meisten wollen zu günstigeren Bedingungen umschulden, „die monatliche Belastung bestenfalls halbieren und damit viel Geld sparen.“

Widerrufen und Geld zurückholen
Wer über einen Vertrag mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung verfügt und in der Vergangenheit bereits das Darlehen unter Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst hat, der kann heute noch die an die Bank geleistete Zahlung zurückfordern.

Fort mit dem Forward-Darlehen
Mancher einer hat ein Forward-Darlehen abgeschlossen, um sich die seinerzeit vermeintlich niedrigen Zinsen zu sichern. Nun würde er sich gern von seinem teuren Darlehen trennen, doch die Kreditinstitute fordern dafür eine hohe Nichtabnahmeentschädigung. Auch hier gilt: Ist die Widerrufsbelehrung falsch, muss das Darlehen nicht abgenommen werden. Der Anspruch der Bank auf Entschädigung entfällt.

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Timo Gansel
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Tel.: 030 226674-0
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