Gansel Rechtsanwälte bei „WISO“ (ZDF) zum Widerruf von Immobilienkrediten

04.03.20141805 Mal gelesen
Berlin, den 4. März 2014: Gestern Abend sendete das ZDF um 19.25 Uhr in seinem Wirtschaftsmagazin „WISO“ einen Beitrag mit dem Titel „Widerruf von Krediten". Rechtsanwalt Dr. Timo Gansel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, kommentiert in der Sendung einen Fall aus seiner Praxis und zeigt, wie Darlehensnehmer ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung (VFE) ihre alten Verträge beenden und neu finanzieren können.

Der Fall: Bank behindert Hausverkauf
Die Familie Haak zieht vom Rheinland nach Bayern, weil der Vater dort eine neue Stelle als Oberarzt bekommen hat. Nun musste nur noch das „alte Haus“ verkauft werden, das mit einem Bankkredit finanziert wurde. Doch als der Kreditvertrag aufgelöst werden soll, berechnete die Apo-Bank rund 92.000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung. Um diese „zu vermeiden“, empfahl die Bank, das alte Darlehen einfach noch einige Jahre weiter zu bedienen. Außerdem sollte als Sicherheit der für den Verkauf des Hauses erzielte Kaufpreis bei der Bank hinterlegt werden. Und so zahlte die Familie weiterhin jeden Monat 2.050 Euro Zins und Tilgung, bis sie sich an unsere Kanzlei wandte.

Widerrufen ohne Entschädigung
So hoch und so umstritten diese VFE ist, sie wird üblicherweise von der Bank für die vorzeitige Beendigung eines Darlehens verlangt. Ausnahme: Der Darlehensnehmer widerruft den Vertrag innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen.
Doch viele Banken haben in der Vergangenheit ihre Kunden nicht richtig über deren Widerrufsrecht aufgeklärt, so dass der Widerruf noch heute möglich ist. Und das, sagt Dr. Gansel, ist eine riesengroße Chance für viele tausend Kreditnehmer:
Ist die Widerrufsbelehrung falsch, dann kann der Darlehensnehmer seinen Vertrag widerrufen und Vorfälligkeitsentschädigungen zwischen 10.000 und 100.000 Euro vermeiden, die leicht anfallen.“

Die falsche Widerrufsbelehrung
An die korrekte Widerrufsbelehrung werden hohe Anforderungen gestellt. Sie muss inhaltlich richtig und verständlich sowie äußerlich deutlich im Vertrag hervorgehoben sein. Und sie muss klar den Beginn der Widerrufsfrist festlegen. Ein typischer Mangel sind vage Formulierungen wie „die Frist beginnt mit Übergabe des Vertrages“ oder „frühestens …“
Ist die Belehrung aber falsch, dann hat die Widerrufsfrist nicht zu laufen begonnen.

Verbraucherzentralen empfehlen Anwälte
Auch wenn die Widerrufbelehrung falsch und der Fehler erkannt wird, der Darlehnsnehmer ist mit dem erfolgreichen Widerruf fast immer überfordert. Markus Feck, Verbraucherzentrale NRW: „Man sollte natürlich die Widerrufsbelehrung vorher von einem Fachmann, von einer Fachfrau überprüfen lassen, ob es denn auch in dem Fall eine fehlerhafte ist und dann kann man selbst oder mit Hilfe des Anwaltes und der Anwältin den Darlehensvertrag noch widerrufen.“

Und so machte es auch die Familie Haak - mit Erfolg.
Dr. Gansel: "Zuerst hat sich die Bank stur gestellt. Aber es hat sich gelohnt, nicht locker zu lassen. Nach fünf Monaten Verhandlungen haben wir erreichen können, dass die Vorfälligkeitsentschädigung von 92.000 auf ca. 15.000 Euro reduziert wurde. Eine Ersparnis von 77.000 Euro.“

Fazit: Mit Widerruf Geld sparen
Die Familie Haak hat mit dem Widerruf viel Geld gespart. Aber nicht nur dann, wenn man - wie bei einem Hausverkauf - faktisch in einer Notlage ist, kann der Widerruf des Darlehensvertrages eine Option sein. Denn weder innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist von zwei Wochen noch Jahre nach einer falschen Widerrufsbelehrung muss der Darlehensnehmer seinen Widerruf begründen. Auf seine Motive kommt es nicht an.
In jüngster Zeit widerrufen deshalb viele Verbraucher ihre Immobiliendarlehnsverträge, obwohl die in den Verträgen vermerkte Widerrufsfrist längst abgelaufen ist.
Angesichts der eindeutigen Rechtslage überwiegen außergerichtliche Lösungen. Deshalb sind nicht selten die Banken und Sparkassen selbst bereit, einen günstigeren Vertrag anzubieten.

Unser Angebot: Kostenfreie Ersteinschätzung Ihrer Widerrufsmöglichkeit
Unsere Kanzlei ist auf die Prüfung von Darlehensverträgen und die Erklärung des Widerrufs spezialisiert. Wir prüfen Ihren Vertrag auf Fehler der Bank/Sparkasse und sagen Ihnen, ob auch Ihr Vertrag widerrufbar ist.
In den meisten Fällen können wir unseren Mandanten bereits außergerichtlich schnell und unkompliziert helfen.
Wir informieren Sie vorab über die Kosten und Ihre mögliche Ersparnis.
Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage.

Leseempfehlung
Lesen Sie dazu ausführlich „Gansel Rechtsanwälte bei „Plusminus“ (ARD) zu Bankenforderungen bei vorzeitiger Beendigung von Immobiliendarlehen" (16.1.2013) sowie weitere Beiträge und Erfolgsmeldungen zu diesem Thema.

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Timo Gansel
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: [email protected]