Widerrufsrecht bei Immobilienkreditverträgen - Ist dies der Weg gegen hohe Kosten bei der Vorfällgkeitsentschädigung?

20.02.2014363 Mal gelesen
Widerrufsrecht bei Immobilienkreditverträgen - Ist dies der Weg gegen hohe Kosten bei der Vorfällgkeitsentschädigung? Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht helfen Kreditkunden weiter.

Wenn ein günstiges Immobilienkreditangebot kommt fangen viele Immobilien-eigentümer an zu grübeln. Wie komme ich vom alten Kreditvertrag weg? Hilft mir der Widerrufsjoker? Dann lohnt ein Blick in die Widerrufsbelehrung.  

Neben der Verwendung des rechtlich ausgefochtenen Begriffs“ frühestens“, dessen Unbestimmtheit bis zum Bundesgerichtshof durch geklagt und bestätigt wurde, häufen sich Kreditverträge aus den Jahren 2003 – 2011, in denen trotz eindeutiger gesetzlicher Vorgabe der Hinweis aus der Musterwiderrufsbelehrung für schriftlich abzuschließende Verträge fehlt.

Bei Verbraucherkreditverträgen handelt es sich per Gesetz um Verträge, die schriftlich abzuschließen sind. Die soll insbesondere den Verbraucher schützen. Fehlt in der Widerrufsbelehrung der entsprechende Zusatz aus der jeweils einschlägigen Musterwiderrufsbelehrung, so hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine solche Belehrung fehlerhaft ist und damit als nicht erteilt gilt.

Folglich kann selbst heute noch die auf den Abschluss des Kreditvertrages gerichtete Willenserklärung widerrufen werden, mit der Folge, dass der Darlehensvertrag rückabzuwickeln ist.

Sehr häufig kann stattdessen vergleichsweise eine Einigung dergestalt erzielt werden, dass die Bank, die Sparkasse oder die Volksbank oder die Versicherung auf eine Vorfälligkeitsentschädigung verzichtet und so eine kostengünstige Umfinanzierung zu den derzeit sehr niedrigen Kreditzinsen möglich wird.

Hier ist oftmals sogar noch ein höheres Einsparungspotenzial zu sehen, als lediglich in der Ersparnis der Vorfälligkeitsentschädigung selbst.

Kreditnehmer sind gut beraten, die für ihren Vertrag maßgebliche Widerrufsbelehrung durch einen fachkundigen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht überprüfen zu lassen. Sollten die Unterlagen hierzu nicht vorliegen, kann oftmals trotzdem geholfen werden.