Weihnachtszeit ist Hochphase bei Manipulation von Geldautomaten - LG Baden-Baden verhängte fünf Jahre Haft gegen Skimming-Betrüger

Weihnachtszeit ist Hochphase bei Manipulation von Geldautomaten - LG Baden-Baden verhängte fünf Jahre Haft gegen Skimming-Betrüger
05.12.2013426 Mal gelesen
LG Baden-Baden: Fünf Jahre Haft für «Skimming»-Betrüger wegen Manipulation von Geldautomaten. Die Rechtsprechung des BGH zu "Skimming-Fällen" muss bekannt sein, wenn der Betrogenen Ersatz will. Dazu wird fast immer ein Fachanwalt benötigt.

LG Baden-Baden: Fünf Jahre Haft für «Skimming»-Betrüger wegen Manipulation von Geldautomaten

Beim sogenannten Skimming werden Geldautomaten so manipuliert, dass die Kartendaten ausgelesen und auf gefälschte Karten gebracht werden. Winzige Kameras erfassen zudem die Eingabe der Geheimzahl. Das LG Baden-Baden verurteilte in diesem Zusammenhang am 03.12.2013 einen 33-jährigen Mann zu fünf Jahren Haft wegen gewerbs- und bandenmäßiger Fälschung von Zahlungs-karten in Tateinheit mit gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs (Az.: 2 KLs 201 Js 1069/13).

Der in Baden-Baden verurteilte Mann war nach dem Urteil der Komplize dreier weiterer Geldkartenfälscher, die bereits Ende Mai 2013 zu Haftstrafen von drei Jahren und drei Monaten bis zu fünf Jahren und acht Monaten verurteilt worden waren. Er wurde in zehn Fällen für schuldig befunden. Es entstand ein Schaden von 370.000 Euro. Von der Beute wurde nur ein kleiner Teil gefunden.

Einen Einblick in das Vorgehen der Täter gab der Auftakt des Prozesses vor dem LG Karlsruhe vom gleichen Tag. Hier stehen zwei Brüder wegen «Skimming»-Betrugs vor Gericht (Az.: 2KLs 640 Js 12252/13). Einer der beiden Angeklagten gestand, Geldautomaten bei Banken, Sparkassen und Volksbanken in vier Bundesländern manipuliert zu haben. Ein Bekannter habe ihm gezeigt, wie er die Technik zum Ausspähen von Kartendaten an den Geldautomaten habe anbringen sollen. Die Brüder waren im April 2013 in Karlsruhe festgenommen worden und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Ihre Komplizen sollen mit den ausgespähten Daten etwa 146.000 Euro in Nord- und Südamerika sowie in Asien abgehoben haben.

Werden Bankkunden Opfer von «Skimming»-Betrügern, muss in der Regel die Bank, Sparkasse oder Volksbank den Schaden übernehmen. Erst wenn die Bank nachweisen kann, dass mit der Originalkarte und der Geheimzahl Geld abgehoben wurde, ist nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom November 2011 der Kunde in der Pflicht. Die AGB der Banken oder Sparkassen helfen weiter

Betroffene Kunden sollten sich den Rat eines Fachanwalts für Bank- und Kapitalanlagerechts beschaffen. Diese kennen sich mit dem Problem und der Rechtsprechung aus. Eine kostengünstige Erstberatung hilft weiter.

zu LG Baden-Baden, Urteil vom 03.12.2013 - 2 KLs 201 Js 1069/13.

Quelle: beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 4. Dezember 2013 (dpa).