Widerrufsklauseln bei Immobilienkrediten oft fehlerhaft

06.11.2013535 Mal gelesen
Bei Immobilienkrediten sind die Widerrufsklauseln oft fehlerhaft. Das kann Kunden den frühen Ausstieg erleichtern. Bei fehlerhaften Klauseln beginnt die Widerrufsfrist nicht. Mängel: Belehrung optisch nicht vorschriftsgemäß hervorgehoben, keine Anschrift für den Wideruf! Anwaltlich beraten lassen!

Bei Immobilienkrediten sind die Widerrufsklauseln oft fehlerhaft. Das kann Kunden den vorzeitigen Ausstieg erleichtern. Denn bei fehlerhaften Klauseln beginnt die Widerrufsfrist nicht. Fachanwälte für Bank- und Kapitalanlagerecht haben mehr als 100 Immobilien-Kreditverträge geprüft. Demnach sind mehr als 70 % wegen Fehlern in den Widerrufsbelehrungen zu beanstanden. Das kann Bankkunden den vorzeitigen Ausstieg erleichtern. Denn bei fehlerhaften Klauseln beginnt die Widerrufsfrist nicht.

Das heißt: Der Kreditvertrag lässt sich auch nach Jahren noch widerrufen. So können Kunden versuchen, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu umgehen, wie sie sonst in solchen Fällen üblich ist. Doch um ihre Ansprüche durchzusetzen, müssen sie oft erst vor Gericht ziehen, erklären Fachanwälte. Viele Banken, Sparkassen und Volksbanken stehen auf dem Standpunkt, dass die Verträge gültig sind, und schreiben zurück  Verklag mich.

Ein Prozess kann länger dauern. Eine ganz schnelle Ausstiegsmöglichkeit aus einem Vertrag mit zu hohen Zinsen sind Fehler in den Widerrufsklauseln daher nicht. Trotzdem raten Fachanwälte für Bank- und Kapitalanlagerecht, mit der Bank zu verhandeln.

Dies sei besonders aussichtsreich, wenn die finanzierte Immobilie verkauft werden soll. Bei dieser außerplanmäßigen Tilgung bezahlt der Verbraucher mit dem Verkaufserlös die Restschuld. Viele Banken verlangen in diesen Fällen, die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Diese ist ein Ausgleich dafür, dass die Bank die zurückbezahlte Summe nur zu schlechteren Konditionen wieder neu verleihen kann. Im Schnitt werden nach etwa zehn Prozent der restlichen Kreditsumme verlangt. Fachanwälte hatten bereits in einer Stichprobe von rund 100 Verträgen festgestellt, dass rund 70 %  zu beanstanden waren. Mittlerweile wurden immer mehr Kreditverträge geprüft. Dabei ist die Quote der fehlerhaften Verträge weiter gestiegen.

In den Widerrufsklauseln finden sich laut der Prüfung oft formale Mängel: So ist die Belehrung optisch nicht vorschriftsgemäß hervorgehoben, es wird keine Anschrift für den Widerruf genannt und Fristen fehlen oder werden falsch gesetzt.

Kreditkunden sollten sich vom Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht beraten lassen. Wichtig ist die Beratung noch bis zum Jahresende, weil viele vertragliche Ansprüche dann verjähren. Gerichte ziehen die Grenze bei den ersten Entscheidungen von Oberlandesgerichten zu dem Thema. Spätestens da hätte der Kreditkunde handeln müssen.