Grüezi Real Estate AG muss Wohnung zurücknehmen und Schadenersatz an unsere Mandanten zahlen

28.03.2013537 Mal gelesen
Berlin, den 28. März 2013: Das Landgericht Berlin verurteilte auf Grund unserer Klage die Grüezi Real Estate AG (Immobilienhandelshaus) zur Rückabwicklung des darlehensfinanzierten Wohnungskaufvertrages und zur Zahlung von Schadenersatz an unsere Mandanten. Dieser Fall ist nicht nur typisch für den Verkauf von Schrottimmobilien, sondern auch, wie sich Opfer erfolgreich von dieser Last befreien können.

Der Fall
Alles begann mit einem scheinbar unverfänglichen Gewinnspiel. Unsere Mandanten gewannen einen Gutschein für ein kostenloses Beratungsgespräch zum Thema „Steuerersparnisse“.
Überaus freundliche Mitarbeiter der Firma Correcta Pro berieten sie dann mit der Empfehlung, dass der Erwerb einer (Steuerspar)Immobilie für sie das allerbeste sei. Anhand von Berechnungsbeispielen wurde ihnen gezeigt, dass sich der Kauf der Eigentumswohnung durch Mieteinnahmen und Steuerersparnisse quasi von selbst finanziere. Und alles sei so bequem für die Käufer, Correcta Pro kümmere sich auch um das Darlehen.
Von den geschulten Vertriebsmitarbeitern überzeugt und ihnen vertrauend, erwarben unsere Mandanten schließlich eine Wohnung in Berlin für 151.000 €. Zur Finanzierung des Kaufes nahmen sie bei der GMAC-RFC Bank ein Darlehen über 166.000 € auf.
Nach knapp drei Jahren kam die Ernüchterung. Die schöne Berechnung ging nicht auf, das Modell entsprach nicht der Wirklichkeit. Unsere Mandanten waren nicht mehr in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nach zu kommen. In ihrer Verzweiflung wandten sie sich an uns. Da eine außergerichtliche Einigung nicht zustande kam, klagten wir für unsere Mandanten und bekamen Recht.

Die Entscheidung
Das Gericht verurteilte die Grüezi Real Estate AG zur Rückabwicklung des darlehensfinanzierten Wohnungskaufvertrages und zum Schadenersatz wegen Verletzung der Pflichten aus dem Beratungsvertrag, weil sie sich das Fehlverhalten der Vermittler von Correcta Pro zurechnen lassen musste.
Im Einzelnen konnten folgende Pflichtverletzungen, die zur Falschberatung führten, nachgewiesen werden:

  • Finanzierung: Die Empfehlung zum Abschluss eines Wohnungskaufvertrages bei fehlendem Eigenkapital der Käufer und einer (noch) nicht gesicherten Finanzierung.
  • Mieteinnahmen: Falsche Angaben zur erzielten und erzielbaren Bruttokaltmiete.
  • Mietgarantie: Falsche Angaben zu den Mieteinnahmen nach Ablauf der Mietgarantie.
  • Wirtschaftlichkeit: Angesichts der Einkommens- und Vermögenssituation und der Lebensverhältnisse der Käufer war die Kaufempfehlung wirtschaftlich nicht vertretbar.
  • Steuervorteile: Die tatsächliche Steuerersparnis der Käufer blieb weit hinter der „Berechnung“ im Beratungsgespräch zurück.

Alles in allem kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass unsere Mandanten bei ordnungsgemäßer Beratung den Kaufvertrag für die Eigentumswohnung nicht unterschrieben hätten.

Landgericht Berlin, Urteil vom 12.02.2013, Az.: 22 O 38/11
  
Kommentar
Der geschilderte Fall ist einer von sehr vielen, die seit Jahren an unsere Kanzlei herangetragen werden. Oft kommen die Mandanten erst dann, wenn sie absolut nicht mehr weiter wissen. Viele scheuen die Auseinandersetzung, die Kosten und manche schämen sich, dass sie „über den Tisch gezogen wurden“.
Diese Vorbehalte sind unbegründet. Selbst Juristen sind Opfer vollmundiger Versprechungen verkaufsgeschulter Vermittler geworden. Und auch sie nehmen unsere Hilfe in Anspruch, weil wir auf diese Fälle spezialisiert sind und deshalb meist helfen können.
Wir geben Geschädigten zunächst eine kostenlose Ersteinschätzung ihres Falles. So erfahren sie, welche Erfolgsaussichten bestehen und welche Kosten entstehen können. Und nicht immer ist für die Rückabwicklung des Kaufes ein Gerichtsverfahren notwendig, häufig können wir unter Hinweis auf unsere gerichtlichen Erfolge auch außergerichtliche Einigungen erzielen.
Im Übrigen: Im Erfolgsfall, wie dem vorliegenden, fallen für den Mandanten keine Kosten an. Die Grüezi Real Estate AG musste auch unsere Anwaltskosten tragen.

Ihr Ansprechpartner:
René Richardt
Rechtsanwalt
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