Ratenkredit-Kündigung: Rechtslage je nach Abschlussdatum unterschiedlich

03.02.2013332 Mal gelesen
Ratenkredit-Kündigung: Rechtslage je nach Abschlussdatum unterschiedlich

Ratenkredit-Kündigung: Rechtslage je nach Abschlussdatum unterschiedlich

Im Gegensatz zur Baufinanzierung ist beim Ratenkredit der vorzeitige Ausstieg ohne große Probleme möglich. Während grundschuldbesicherte Darlehen meist nur gegen Zahlung einer höheren Vorfälligkeitsentschädigung von teil- weise mehreren atusend Euro vor dem Ablauf der Zinsbindungsfrist aufgelöst werden können, sind die Regelungen beim Ratenkredit für den Kreditnehmer wesentlich vorteilhafter.

Es beim vorzeitigen Ausstieg darauf an, ob der Ratenkredit entweder vor oder ab dem 11. Juni 2010 abgeschlossen worden ist.

Zu diesem Zeitpunkt trat die neue Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft. Wurde der Kreditvertrag nach diesem Zeitpunkt abgeschlossen, darf der Ratenkredit jeder zeit ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Bank darf zwar eine Vor- fälligkeitsentschädigung berechnen. Deren Höhe ist jedoch auf ein Prozent, bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr auf 0,5 Prozent des Rückzahl- ungsbetrags begrenzt.

Wurde der Ratenkredit vor dem 11. Juni 2010 abgeschlossen, gilt das alte Recht.

In diesem Fall darf die Bank auf einer Kündigungsfrist von drei Monaten be- stehen, jedoch keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.  Teilrück-zahlungen müssem vom Kreditgeber nicht akzeptiert werden.

Allerdings gab es schon vor dem Inkrafttreten der Neuregelung schon Banken, Sparkassen oder Volksbanken, die eine jederzeitige Teil- oder Vollrückzahlung ohne Kündigungsfrist möglich machten. Im Bedarfsfall sollte man einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hinzuziehen.