Vörfälligkeit (VFE) Kein Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung bei Fortführung eines Darlehens durch Ersatzkreditnehmer mit gleich guter Bonität

27.01.2013438 Mal gelesen
Vörfälligkeit (VFE) Kein Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung bei Fortführung eines Darlehens durch Ersatzkreditnehmer mit gleich guter Bonität. Urteil des LG München I - Az.: 16 HK O 22814/05 - rechtskräftig!

Bei Vorfälligkeitsverhandlungen kann der Kreidtnehmer auch einen Ersatzkreditnehmer mit gleich guter Bonität stellen, so das LG München I in einem Urteil vom 24.7.2008 zum Aktenzeichen 16 HK O 22814/05. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Bank hat keinen Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn ein Ersatzkreditnehmer mit gleich guter Bonität das Darlehen fortführt und der bisherige Darlehensnehmer ein berechtigtes Interesse hat, sich von dem Vertrag zu lösen.

Das LG München I weisst im Urteil den Anspruch der Bank auf eine Vorfälligkeitsentschädigung ab. Dies ergibt sich daraus, dass der Bank ein geeigneter Ersatzkreditnehmer angeboten wurde (§§ 242, 254 i.V.m. der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - vgl. insbesondere BGH NJW-RR 1990, 432).

Der BGH macht in der Entscheidung allgemeine Ausführungen zur Problematik. Danach hat eine einzelfallbezogene Abwägung der beteiligten Interessen und Risiken stattzufinden, wobei es insbesondere auch auf die Zumutbarkeit eines Ersatzgeschäftes für das Kreditinstituts ankommt.

Aufgrund dieser Interessenabwägung sollten Kreditkunden den Rat des Fachanwalts für Bank- und Kapitalanlagerecht ihres Vertrauens suchen.