Schrottimmobilien: Landgericht verurteilt InterImmo zu Schadenersatz

26.11.2012593 Mal gelesen
Berlin, den 23. November 2012: Wir haben für unseren Mandanten vor dem Landgericht Berlin die Rückabwicklung einer Schrottimmobilie nebst seiner Freistellung vom Darlehensvertrag wegen Falschberatung beim Wohnungskauf durchsetzen können.

Der Fall
Unser Mandant hatte eine Eigentumswohnung in Berlin für ca. 95.000 € von der InterImmo Immobilien GmbH erworben. Die Wohnung wurde unserem Mandanten überteuert und mittels falscher Angaben angeboten und verkauft. Unter anderem wurde unserem Mandanten die finanzielle Lage der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) verschwiegen, die zum Zeitpunkt des Verkaufs praktisch Zahlungsunfähig war, nachdem die Verkäuferin zuvor Hausgeldzahlungen in erheblicher Höhe schuldig geblieben war. Zudem bestand zum Zeitpunkt des Verkaufs im Objekt bereits ein nicht unerheblicher Sanierungsrückstand. Die InterImmo wusste von dieser Situation, da ihr die Wohnungen gehörten und sie z. B. im Objekt einen Mietpool verwaltet hatte. Inzwischen mussten mehrere Wohnungen anderer Eigentümer im Objekt zwangsversteigert werden. Unser Mandant sah sich vom Vermittler falsch beraten und getäuscht. Zur Finanzierung wurde unserem Mandanten ein Darlehen der DKB Deutsche Kreditbank AG vermittelt. Wir haben für unseren Mandanten Klage vor dem Landgericht Berlin erhoben und dargelegt, dass der Kaufvertrag gar nicht wirksam zustande kam, da die Verkäuferseite die Annahmefrist für das Angebot unseres Mandanten nicht gewahrt hatte.

Die Entscheidung
Der Richter verurteilte die InterImmo wegen schuldhafter Verletzung der auf das Anlageobjekt bezogenen Aufklärungspflichten zum Schadenersatz. Unser Mandant wurde deshalb so gestellt, als ob er den Wohnungskaufvertrag nie geschlossen hätte. 
Unser Mandant hätte über alle verkaufswesentlichen Umstände aufgeklärt werden müssen. Dazu gehöre auch, den Kaufinteressenten ungefragt über die erheblichen Zahlungsrückstände der WEG und den Sanierungsbedarf zu informieren.

Landgericht Berlin, Teilurteil vom 10.09.2012, Az.: 37 O 223/11
  
Kommentar
Auch wenn der Berliner Immobilienmarkt boomt, werden nach wie vor minderwertige Wohnungen zu überhöhten Preisen mit vollmundigen Versprechungen von dubiosen Vermittlern angeboten. Und immer wieder finden sich auch Banken, die diese Geschäfte in Kenntnis der „Übervorteilung“ der Käufer oder unter bewusstem „Wegschauen“ finanzieren, um an den Darlehen zu verdienen.
Unerfahrene Käufer glauben den freundlichen Vermittlern, sind den „kompetenten“ Banken dankbar für das Darlehen und wiegen sich schließlich in Sicherheit, wenn ein Notar - ein unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes - das Geschäft beurkundet.
Oft dauert es nicht all zu lange und die Probleme mit der Wohnung und der Bedienung des Darlehens treten zutage. Kurzum: Die Wohnung kostet jetzt weit mehr als versprochen und sie bringt wesentlich weniger oder auch gar nichts ein. Schlimmstenfalls geraten die Käufer in die Privatinsolvenz.
In Berlin sind jüngst skrupellose Vermittler solcher Schrottimmobilien dafür mit Freiheitsentzug bestraft worden. Und auch Notare wurden zur Verantwortung gezogen.

Ihr Ansprechpartner:
René Richardt
Rechtsanwalt
Tel.: 030 226674-0
E-Mail: [email protected]

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