Verstoßen Fremdwährungsdarlehen der Kreissparkasse Traunstein gegen Verbraucherrecht?

Verstoßen Fremdwährungsdarlehen der Kreissparkasse Traunstein gegen Verbraucherrecht?
23.09.2011594 Mal gelesen
Hohe Währungsverluste für Privatkunden bei Ihrer Hausfinanzierung machen den Eigenheimbesitzern das Leben schwer.

Die Kreissparkasse Traunstein - Trostberg hat offensichtlich mehreren Privatkunden in den vergangenen Jahren Währungskredite zur Finanzierung  ihres Eigenheims verkauft, welche nach dem Verfall des Euros gegenüber Schweizer Franken und Japanischen Yen nunmehr zu hohen Kursverlusten bei den Privatkunden führt.

Insbesondere die Banken im grenznahmen Gebiet zu Österreich standen dabei unter erheblichem Druck, da die Banken aus dem Nachbarland mit günstigen Fremdwährungsdarlehen die Kunden abspenstig gemacht haben. Der österreichische Staat hat jedoch im Jahr 2009 einen Riegel vor diese Art von Geschäften geschoben und generell Fremdwährungsdarlehen für Privatkunden verboten, da diese das entsprechende Risiko aus den Geschäften gar nicht abschätzen konnten.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold aus der Leipold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH meint dazu: "Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer kann sich ein solches Risiko wie es in einem Fremdwährungsdarlehen steckt weder erkennen noch leisten. In aller Regel sind diese Kunden mit der mühseligen Abzahlung ihrer Eigenheimkredite schon genug ausgelastet. Das Verbot von Fremdwährungsdarlehen in Österreich ist ein gutes Vorbild, wie man die Verbraucher vor zu geschäftstüchtigen Banken schützen kann."

In den letzten Jahren wurden viele Finanzierungen deutscher Verbraucher und Unternehmen in einer fremden Währung abgeschlossen. Meistens auf Empfehlung der entsprechenden Banken. Als Argument wurde oft ein günstiger Zinssatz von der Bank angegeben. Über eventuelle Risiken wurde meistens nicht ordnungsgemäß aufgeklärt.

Dabei gibt der BGH bei dieser Art von Geschäften schon lange genau vor, wie und was dem Bankkunden zu Termingeschäften schriftlich im Rahmen der Beratung mitgeteilt werden muss. Für eine ordnungsgemäße Beratung ist es zwingend erforderlich, dass dem Bankkunden deutlich gemacht wird, welchen Vorteil er für das eingekaufte Risiko erhält. Im Falle der CHF Finanzierungen dürfte gerade an diesem Punkt ein grobes Missverhältnis bestehen. Aufgrund des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus im Euroraum, hatten die betroffenen Darlehensnehmer oft nur 0,5 bis 1 % Zinsvorteil. Diesen Vorteil erkauften sich diese Kunden, mit dem Risiko ihre Schulden bei der Bank je nach Einstiegskurs fast zu verdoppeln.

Sollten die Kunden bei Abschluss nicht schriftlich über das Risiko ordnungsgemäß aufgeklärt worden sein, besteht die Möglichkeit diese Geschäfte wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung anzugreifen und den Schaden von der Bank zurück zu bekommen.

Betroffenen Kunden sollten deshalb einen spezialisierten Rechtsanwalt aufsuchen und ihre Darlehnsunterlagen genau prüfen lassen, bevor sie der Bank ein eventuellen Verlust ausgleichen.