FREMDWÄHRUNGSDARLEHEN - ODER WIE VERDOPPELT MAN SEINE SCHULDEN?

FREMDWÄHRUNGSDARLEHEN - ODER WIE VERDOPPELT MAN SEINE SCHULDEN?
11.09.2011492 Mal gelesen
Immer mehr Kunden deutscher Banken melden sich wegen erheblichen Kursverlusten, insbesondere bei CHF Darlehen.

Hintergrund sind oftmals die gerade in den letzten Wochen katastrophalen CHF Darlehen und die teilweise durchgeführten Zwangskonvertierungen die bei den Bankkunden zu enormen Verlusten geführt haben.

 

In den letzten Jahren wurden viele Finanzierungen deutscher Verbraucher und Unternehmen in einer fremden Währung abgeschlossen. Meistens auf Empfehlung der entsprechenden Banken. Als Argument wurde oft ein günstiger Zinssatz von der Bank angegeben. Über eventuelle Risiken wurde meistens nicht ordnungsgemäß aufgeklärt.

 

Dabei gibt der BGH bei dieser Art von Geschäften schon lange genau vor, wie und was dem Bankkunden zu Termingeschäften schriftlich im Rahmen der Beratung mitgeteilt werden muss. Für eine ordnungsgemäße Beratung ist es zwingend erforderlich, dass dem Bankkunden deutlich gemacht wird, welchen Vorteil er für das eingekaufte Risiko erhält. Im Falle der CHF Finanzierungen dürfte gerade an diesem Punkt ein grobes Missverhältnis bestehen. Aufgrund des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus im Euroraum, hatten die betroffenen Darlehensnehmer oft nur 0,5 bis 1 % Zinsvorteil. Diesen Vorteil erkauften sich diese Kunden, mit dem Risiko ihre Schulden bei der Bank je nach Einstiegskurs fast zu verdoppeln.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael A. Leipold meint dazu: "Hier haben die Banken die Darlehnsnehmer ins offene Messer laufen lassen, nur um ihren eigenen Gewinn zu maximieren. Die meisten Kunden waren gar nicht in der Lage das eingekaufte Risiko abzuschätzen und verlieren am Ende ihr Eigenheim oder ihr Unternehmen. In anderen europäischen Ländern sind diese Art von Geschäften für Verbraucher bereits verboten worden."

Sollten die Kunden bei Abschluss nicht schriftlich über das Risiko ordnungsgemäß aufgeklärt worden sein, besteht die Möglichkeit diese Geschäfte wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung anzugreifen und den Schaden von der Bank zurück zu bekommen.

Betroffenen Kunden sollten deshalb einen spezialisierten Rechtsanwalt aufsuchen und ihre Darlehnsunterlagen genau prüfen lassen, bevor sie der Bank ein eventuellen Verlust ausgleichen.