Sparkasse Zwickau verliert Musterklage wegen Prämiensparvertrag

Sparkasse Koblenz
31.07.20204 Mal gelesen
In einem Musterverfahren vor dem OLG Dresden verliert die Sparkasse Zwickau wegen Zinsberechnungen der Prämiensparverträge flexibel.

Der fünfte Zivilsenat des OLG Dresden entschied, dass Ansprüche der Verbraucher nicht verjährt sind. Die Verjährung beginne erst mit Beendigung des Sparvertrags. Die Zinsneuberechnung könne bis 1994 zurückgehen.

In dem verfahren ging es um Zinsanpassungen in den Prämiensparverträgen der Sparkasse Zwickau.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Sachsen geht es im Durchschnitt um 5800 Euro. Mehr als 450 Kunden der Sparkasse Zwickau schlossen sich der Musterfeststellungsklage an.

 

Für die gesamte Vertragslaufzeit müssten die nicht korrekt berechneten Zinsen deshalb nachgezahlt werden, so die Richter des 5. Senats vor dem OLG Dresden.

Welcher Referenzzinssatz anzuwenden sei, wurde vom Gericht nicht definiert. Grund dafür sei, dass dafür die besonderen Bedingungen jedes einzelnen Vertrags zu berücksichtigen seien, weshalb sich eine generelle Feststellung verbiete.

 

Die Entscheidung vom Mittwoch ist bereits die "zweite positive Entscheidung im Jahr 2020 nach dem Leipziger Urteil" und gebe Prämiensparern bundesweit Hoffnung, ihre ausstehenden Zinsen zu erhalten. Durchschnittlich 5.800,00 Euro pro Vertrag stehen den Betroffenen den Berechnungen der Verbraucherzentrale Sachsen zufolge zu.  

 

"Das Urteil ist ein weiterer Meilenstein im Streit um die Zinsen bei Prämiensparverträgen in ganz Deutschland und wird bundesweit eine positive Wirkung auf alle Gerichte haben." so Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Michael Leipold, der bereits Kunden von Sparkassen in ganz Deutschland vertritt.

Betroffenen Kunden wird daher empfohlen ihre Verträge prüfen zu lassen und rechtliche Schritte einzuleiten, um die zu Unrecht nicht ausgezahlten Zinsen zu erhalten.