Benutzung fremder Marken als Suchbegriff für Google AdWords zulässig

20.03.2008839 Mal gelesen

Im Bereich des Onlinemarketing ist es schon seit längerem üblich markenrechtlich geschützte Begriffe zur Steigerung des eigenen Umsatzes einzusetzen. Dies geschieht häufig durch sog. AdWords: Hierbei erscheint bei Eingabe dieses Begriffes in einem mit „Anzeigen“ überschriebnen Bereich rechts neben der Trefferliste der Name des werbenden Unternehmens und dessen Domain.  Die Begriffe unter denen die Anzeige angezeigt wird, sucht der Kunde selber aus.
Wer hierbei bislang ein wenig „getrickst“ hatte indem er den Namen eines vielleicht viel bekannteren Konkurrenten als einen dieser Suchbegriffe (sog. Keyword) eingegeben hatte, musste bislang mit teuren Abmahnungen und Unterlassungsansprüchen rechnen. Dies wurde bislang auch von der Rechtsprechung mitgetragen und für rechtens gehalten.
Eine Änderung dieser Rechtsprechung hat nun das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 26.02.2008, Az.: 6 W 17/08) vorgenommen: Es machte erstmals einen Unterschied zwischen sog. „Keywords“ und „Metatags“. Während „Metatags“ – das sind versteckte HTML-Elemente auf einer Website, die sich auf die Nennung in Suchmaschinen auswirken – dazu dienen würden, die Platzierung der Internetseite bei Suchanfragen zu beeinflussen, würde durch die AdWords lediglich die Platzierung der Werbeanzeige beeinflusst. Das führe dazu, dass die Marke hier (im Gegensatz zum Einsatz als Metatag) nicht in ihrer Hauptfunktion – die Ware dem Markeninhaber zuzuordnen – genutzt wird und insofern kein illegaler kennzeichenmäßiger Gebrauch vorliegen würde. Voraussetzung sei aber immer, dass die Werbeanzeige klar und eindeutig getrennt von der Trefferliste dargestellt wird.

Fazit:
Ob sich diese bisher als Einzelfallentscheidung aufzufassende Rechtsansicht auch bei anderen Gerichten durchsetzen und der Konkurrenzkampf im Internet in Zukunft um einiges härter wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. Fest steht jedoch, dass alle von einer Abmahnung Betroffenen dank dieser Entscheidung deutlich verbesserte Chancen auf eine Abwehr der Ansprüche haben werden. Im Falle einer Abmahnung sollte man nicht ohne weiteres die Unterlassenserklärung abgeben, sondern sich von einem im Wettbewerbs- und Markenrecht qualifizierten Anwalt beraten und evt. Auch verteidigen lassen.

Tim Geißler, Rechtsanwalt

Marc Jüngel, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kanzlei GKS

www.gks-rechtsanwaelte.de